„Ganz im Hier und Jetzt, doch mit dem Hauch einer Zeitreise in das künstlerische Schöpfertum der Weimarer Republik und in das New York des Andy Warhols“, könnte man die spannende Vernissage der Doppelausstellung überschreiben, die uns heute Abend im Münchner Atelier Alen erwartet, mit dem Fotografen Ben Buchanan, (…) the photographer who captured an era of New York’s art scene (…) und mit Malerin, Sängerin und jourfixe-Mitglied Ira Ira Błażejewska. die das Konzept hinter ihren Bildern selbst erläutert:

Bild aus Poses. Personas. Personalities. / Ira Blazejewska, München/2019

Figuren. Es spielt keine Rolle, dass es Frauen sind. In allen bin ich. Es könnten auch Männer sein. Figuren in unterschiedlichen, im Bild unsichtbaren Kontexten, deren Diversität sich in den Gesichtszügen, Haltungen, Kleidern manifestiert. In der Linie, die verschiedenste Arabesken formt, aber immer gleich geführt ist: schnell, reduziert, wodurch die  Zweidimensionalität der Figur provokativ betont wird. Es entstehen Flächen. Oberfläche als zeitgemäßer Bedeutungsträger vertieft sich durch sich selbst. Es geht um die Spannung der Figur im Raum, die Beziehung der Figur zum Raum.  

Der Ausdruck der Figur ist nicht zu trennen von ihrer Beziehung zum Raum. Durch den spannungsvollen, individuellen Gestus im Raum wird die Abgrenzung selbst in Frage gestellt. Wo ist die Grenze zwischen außen und innen? Wo fängt der Kontext, Gesellschaft, an? Sind unsere Konzepte von Individualität noch gültig oder werden sie gerade durch die zur Schau gestellte Überindividualisierung in Frage gestellt? Der moderne Mensch in seiner Vereinzelung ist Teil eines immer besser in seiner Gleichschaltung funktionierenden  kapitalistischen Systems. Gleichzeitig die Chance: Die Linie wertet nicht, Gleichheit, die im gleichgeschalteten Verhalten bereits negativ und systemimmanent konnotiert wird,  könnte in ihrer Essenz erkannt und als „Klassenlosigkeit“ umbewertet werden. 

Ira Blazejewska  26.Januar 2019

Details zur Veranstaltung s. nachstehende Abb./Link >