Ab sofort ist das höchst gelegene Museum der Welt auch das erste in München, das ein solches Tool zur geführten Besichtigung seiner Exponate anbietet. Die Besucher*Innen können sich diese “Rockmuseum-App” auf das eigene Handy laden und dann selbst entscheiden, vor welcher Vitrine sie wie lange Station machen möchten.

Die dramatischen Ereignisse die Deep Purple zum Welthit “Smoke on the Water” inspirierten, sind auf Station 8 abrufbar, vor einer Vitrine mit Kopien der ersten handschriftlichen Fassungen des Songs und Originalfotos der Ereignisse

Auf dem Handy ist dann via AR-App (AR = augmented reality) zu sehen und zu hören, wie Rockmuseum-Chef Herbert Hauke sowie Zeitzeugen, die Geschichten und Anekdoten hinter den Exponaten erläutern. Letztere hat Herbie, wie Hauke von Freunden und Insidern liebevoll genannt wird, selbst zusammengetragen, im Rahmen seiner vielen Begegnungen mit den Rock- und Popstars der letzten Jahrzehnte und verbindet mit ihnen intensive Erinnerungen.

Die Initalzündung zu Herbie Haukes Rockmuseum entstand durch dessen erste Begegnung mit Tina Turner, der die Fotoausstellung im Sommer 2020 gewidmet sein wird. Neben dem Plakat Elton Johns Piano

Herbert Hauke, der Museums-Führer, war meist selbst dabei! Auch das eine Besonderheit dieses Museums! Man stelle sich vor, ein Bekannter von Ramses dem Großen würde via App in einem Ägyptischen Museum von des Pharaos Talenten und Eigenarten, Freundinnen, Vorlieben, Malheurs etc. aus dem Nähkästchen plaudern … Zugegebenermaßen liegen die Begegnungen von Herbie mit “seinen” Stars nur einige Jahrzehnte und nicht Jahrtausende zurück, jedoch in einem Zeitrahmen, der uns alle geprägt hat und entsprechend bewegt.

Momentaufnahmen während der App-Präsentation am 16.01.2020

Bislang reduzierten sich die farbigen Museums-Zeitreisen via Herbie jedoch auf gelegentliche Führungen. Zwangsläufig, denn in Ermangelung städtischer Fördermittel geht Herbie auch noch einem Brotjob als Finanzberater nach. Den ersehnten Astralleib verpasste ihm nun die Münchner Firma “punchin.pictures“.

Siehe dazu auch die Vorankündigung >

 

Einziger Wehmutstropfen:

Während Apple User*Innen ab sofort  ihre geführte Tour  durch die intensivierte Realität des Museum via AR-App beginnen können, müssen die User*Innen von Android-Handys noch auf ihren Startschuss warten, was allerdings auch nur eine Frage der Zeit ist.

 

Für mich persönlich gestaltete sich dieser Ausflug in die gefühlten Stratosphären Münchens – und zugleich der Rockwelt – wieder einmal als ebenso inspirierend, auf Grund des Ambientes, wie informativ, auf Grund der präsentierten Inhalte:

Ausblick aus 184 Metern Höhe auf die Großstadtlichter vom Rockmuseum aus

punchin.pictures Mitarbeiterin Florencia Oszwald, ein erklärter Technik-Fan, erläuterte mir kurz und anschaulich die Funktionsweise der Rockmuseum-App, siehe ganz, oben in  meiner Beitragscollage, auf der linken Bildseite.

Auf der rechten Seite des Titelbildes  zu sehen ist Managing Partner Philipp Bartel, der mich spontan zu einer punchin.pictures-Führung eingeladen hat. Die Möglichkeit, die die fließenden Grenzen zwischen reeller, virtueller oder auch intensivierter Realität eröffnen, hat die Präsentation dieser in der Münchner Museenlandschaft bislang einzigartigen Guide-App bereits unter Beweis gestellt. Nun interessiert mich natürlich, welche Möglichkeiten sich auf diesem Gebiet für multimedial arbeitende Bühnenschaffende ergeben könnten. Wie lassen sich neue darstellerische Formen mit Hilfe dieser Tools bei multimedialen Bühnenshows einsetzen, ohne dabei den speziellen Zauber der Bühnen durch ein Zuviel an Effekten und ausgefeilter Technik zu ersticken ..?

DENN:
Sind es nicht seit jeher Formen von AR – augmented reality – der hervorgehobenen und somit intensivierten Realität, die den Kern allen künstlerischen Schaffens bilden ..?