Texten aus ganz Europa, aus denen sich Bühnenträume entwickeln lassen, gilt die Leidenschaft von Eva Giesel, Inhaberin von LITAG, einer Agentur für Theaterliteratur.

Gleich vis à vis der Kammerspiele und in Steinwurf-Abstand zu Bayerischer Staatsoper und Residenztheater: Eva Giesels LITAG in der Maximilliansstr.

Aber die umtriebige Theaterfrau begnügt sich nicht damit, in ihrem Büro auf der Münchner Maximiliansstrasse vielversprechende Bühnenstücke zu horten und weiter zu vermitteln, sondern bereist unablässig die Bühnen Europas auf der Suche nach neuen, spannenden und außergewöhnlichen Stücken. Dabei kommen ihr ihre ausgezeichneten Sprachkenntnisse zugute, nicht zuletzt, um der Übersetzung ausländischer Texte ins Deutsche den erforderlichen letzten Schliff zu verpassen. Stemmen allerdings lässt sich ein solches Pensum nur durch eine große Lust am Theater, dass sich jourfixe-NeuMitglied Eva von der Pike auf erobert hat. Dabei stand bei Eva, noch vor der Entwicklung von Bühnenstoffen, die Bühnen- und Kostümausstattung – als ihr ursprünglich erlernter Beruf. Dieses zusätzliche Know How gewährleistet ihr bis heute eine solide Entscheidungs-Balance zwischen Vision und Machbarkeit, bei der Sichtung neuer Stoffe.

So weit, so schön, so gut , wäre da nicht die Krux mit der Schwerfälligkeit unserer hiesigen Bühnen-Landschaft: Spannende Stücke aus dem Ausland finden teilweise keinen Zugang zu den städtischen und staatlichen Bühnen, nur weil deren Länge respektive Kürze keine Pause zulässt, was ungünstig für die Cateringfirma im Theater wäre!! Prost!

Hier lagern bei Texte, aus denen Bühnenträume entstehen. Gaby dos Santos, Leiterin der Kulturplattform jourfixe-muenchen besucht jourfixe-NeuMitglied Eva Giesel, Gründerin und Chefin von LITAG

Außerdem problematisch, zumindest hier in München: Das Fehlen von Spielorten mittlerer Größe, eine Förderpolitik, die oft an der Realität, sprich am Publikum vorbei schrammt und die Hybris so mancher Freien Bühne, die “große Kunst” – jeder ihren Shakespeare 😉 – anstreben, statt sich der vielfältigen Möglichkeiten zu widmen, die gerade kleinere Spielstätten auszeichnen könnten, vorausgesetzt, dass diese sich nicht längst selbst, durch verkopfte Inszenierungen, die Zuschauer*Innen vergrault haben. Die schlechte Auslastung vieler Freien Bühnen spricht diesbezüglich leider Bände.

Umso wichtiger für die Theaterlandschaft der Einsatz von Botschafter*Innen wie Eva Giesel, wenn uns diese Kunstform erhalten bleiben soll.

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