Mit derzeit vier neuen Titeln startet danube books ins Verlagsjahr 2020. Die Frühjahrs-Novität stellt mit Florin Iaru einen in Rumänien prominenten Autor erstmals in Buchform ins Deutsche übersetzt vor. Mit „Die grünen Brüste“ treibt Florin Iaru (geb. 1954 in Bukarest) das Genre der Kurzprosa auf die Spitze. Meist führen nur zwei oder drei Sätze mitten ins Geschehen, seine Figuren skizziert er äußerst präzise mit allen ihren Eigenschaften. Trotz des amüsant anmutenden Titels „Die grünen Brüste“ greift Florin Iaru aktuelle gesellschaftskritische Themen auf. Sein Motto: Wenn man schon nichts ändern kann, dann begegnet man den Absurditäten dieser Welt zumindest mit – teils tiefschwarzem – Humor. Inhaltlich wie stilistisch ein Lese-Erlebnis der besonderen Art!

Manuela Klenke, geb. 1984 in Cluj-Napoca, hat die Kurzgeschichten übersetzt. 2018 veröffentlichte der mikrotext Verlag ihre erste Übersetzung ins Deutsche, den viel beachteten Roman „Null Komma Irgendwas“ (Interior zero) von Lavinia Branişte.

Mit dem Erwerb der Lizenz für die deutschsprachige Ausgabe des Sachbuchs „The road before me weeps. On the refugee route through Europe“ ist danube books ein Coup gelungen. Autor ist der renommierte BBC-Journalist Nick Thorpe. Er gibt den Menschen auf der Balkanroute endlich eine Stimme! Bei seinen Recherchen in Südosteuropa während der „Flüchtlingskrise“ sprach er mit Flüchtlingen und Helfern, Polizisten und Politikern, Einheimischen und Experten, Schleusern und Schleppern. Daraus ist ein gewaltiges europäisches Panorama entstanden voller Empathie.

Das Buch leistet einen wesentlichen Beitrag zur Versachlichung der gesellschaftlichen Debatte über Flucht und Migration, es bildet ein Gegengewicht zu Nationalismus und Populismus.

Die deutschsprachige Ausgabe mit dem Titel „Die weinende Straße vor mir. Entlang der Balkanroute“  erscheint im Juni 2020 im danube books Verlag. Die Übersetzung leistet Dr. Carsten Schmidt, Görlitz. Er hat u. a. Amerikanistik studiert, arbeitet als Lektor und hat 2019 seinen ersten Roman „Ausgekafkat“ im Drava Verlag veröffentlicht.

Sigrid Katharina Eismann hat bislang vor allem mit Lyrik auf sich aufmerksam gemacht und ist eine feste Größe im Kunstbetrieb der Rhein-Main-Region. Im Herbst 2020 veröffentlicht sie bei danube books mit „Das Paprika-Raumschiff“ ihren ersten Roman. Sie schildert in rasantem und teils sarkastischem Stil das Rumänien in den 1970er Jahren, wie ein Mädchen aufwächst in einer widersprüchlichen Welt zwischen dem archaischen ländlichen Banat und dem quirligen Temeswar, zwischen multi-ethnischer Vielfalt und den erstarrten Strukturen des Ceauşescu-Regimes, zwischen Vorstadtgeschichten aus dem Klein-Wien des Ostens und Überlebensstrategien. Mit sechzehn emigriert das Mädchen in den Westen, im Zeitsprung kehrt die Erwachsene zurück, begegnet veränderten Stadtgesichtern. Feste zwischen Archaik, Melancholie und Ausgelassenheit glätten ihre Zerrissenheit, Gastfreundschaft wird eine Art Heimatersatz auf der Reise nach Temeswar. Sie war schon immer hier und dort. Ein Stück Autobiografie.

Sigrid Katharina Eismann (geb. 1965 in Temeswar/Rumänien) ist Lyrikerin, Autorin, Künstlerin und Übersetzerin. Nach dem Besuch des Nikolaus-Lenau-Lyzeums emigrierte sie 1981 mit ihrer Familie in die Bundesrepublik Deutschland. Ihr Lyrikband „Reise durch die Heimat – von Offenbach nach Temeswar“ ist 2017 erschienen.

Lothar Quinkenstein: Die Brücke aus Papier. Sprachen der Bukowina. Der fünfte Band in der Reihe edition textfluss stellt den mit dem Spiegelungen-Preis für Lyrik 2017 prämierten Zyklus „Die Brücke aus Papier“ vor, der sich mit dem jüdischen Erbe der historischen Bukowina und seiner Nachbarregionen auseinandersetzt. Die Gedichte des in Berlin lebenden Dichters, Essayisten und Übersetzers Lothar Quinkenstein (geb. 1967) erweisen ihn als lyrisch versierten, in der Tradition mitteleuropäischer Literatur der letzten drei Jahrhunderte verwurzelten Spurensucher, der in Lektüren, Landschaften und Mitmenschen die Schmerzzeichen bis heute nicht vergangener Geschichte aufzuspüren weiß. Um die kulturelle Vielschichtigkeit des einstigen Kronlandes zu würdigen, wurden seine Gedichte für diesen Band in eine Vielzahl von einst und jetzt in der Region gesprochenen Sprachen übersetzt.

Die vom Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München (IKGS) herausgegebenen, halbjährlich erscheinenden Spiegelungen- Zeitschrift für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas beschäftigen sich in wissenschaftlichen, literarischen und feuilletonistischen Beiträgen mit dem Donau-Karpaten-Raum und dessen Wechselwirkungen mit deutschen bzw. mitteleuropäischen Kultureinflüssen. Der 2017 von IKGS und Spiegelungen-Redaktion ausgelobte Literaturpreis setzte sich zum Ziel, dieses regionale Ineinanderwirken verschiedener kultureller Traditionen in den Mittelpunkt zu rücken.

Herausgeber: Dr. Florian Kührer-Wielach, Direktor des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Ludwig Maximilians-Universität München.

Alle Novitäten sind bereits im Buchhandel oder auf der Website des Verlags bestellbar.

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