Wedekinds “Lulu” – ein Stück, dessen Thematik, die schillernd sinnlich amoralische “Lulu”,  zu seiner Zeit für Furore sorgte – welche Bedeutung hat sie heutzutage?

Und wie nähert man sich einer derart komplexen Figur? Einen kleinen Einblick dazu gewährte vorab Hauptdarstellerin Luisa Wöllisch, in einem Gespräch mit FBM-Intendantin Angelica Fell:

Wie ist es für Dich so eine Rolle wie die Lulu zu spielen?

Es ist eine große Herausforderung, so richtig im Mittelpunkt zu stehen. Lulu ist eine erwachsene Frau, die weiß, was sie will. Was ich daran so mag ist, dass sie zwei Facetten hat: Auf der einen Seite ist sie eben eine erwachsene Person, auf der anderen Seite spielt sie auf oft kindliche Weise mit den Männernund versucht, sie mit ihrer Masche um den Finger zu wickeln. Das alles auf der Bühne umzusetzen finde ich sehr spannend!

Wie hast Du die Probenzeit erlebt?

Die Probenzeit war sehr spannend und aufregend und auch nicht immer einfach. Als ich das Stück zum ersten Mal gelesen habe, habe ich gleich gemerkt, wie selbstbewusst Lulu ist und mich gefragt, wie ich das auf der Bühne umsetzen sollte. In den Proben wurde viel improvisiert: Wie bewegt sich Lulu, wie  verführt sie die Männer? Zusammen mit Jan Meyer, dem Regisseur, haben wir gemeinsam viele Ideen entwickelt und umgesetzt.

Gibt es eine Lieblingsszene für Dich im Stück?

Die Briefszene ist meine absolute Lieblingsszene. Lulu diktiert einen Brief, den Dr. Schön seiner Geliebten schreibt. Lulu weiß selbst nicht so genau, was sie da sagt, spielt aber mit großer Überzeugung. Das macht viel Spaß, weil ich frei spielen kann, ich selbst aber nicht so wäre. Auch die Verführungsszenen sindeinfach cool!

Quelle: Programmheft Lulu

Nach der heutigen Aufführung – eine von zwei Aufführungen die von den Gebärdensprachdolmetscherinnen Simone Hofmüller und Susanne John Wuol begleitet werden – steht das gesamte Ensemble der inklusiven Freien Bühne München den ZuschauerÌnnen in der Blackbox im Gasteig für eben solche Fragen zur Verfügung.

Weitere Details zu Karten, Folgeterminen, Inszenierung und Konzept der Freien Bühne München >

Mehr zur Freien Bühne München >



Das Beitragsfoto wurde bei der gestrigen Premiere von unserem jourfixe-Mitglied, Kulturmanagerin Beatrice Starck aufgenommen