Ich fühle mich sehr geehrt, ein Objekt aus der prachtvollen Kollektion von Philipp Franz von Siebold aussuchen und präsentieren zu dürfen – der als Arzt in Japan in der Edo-Zeit (1603 – 1868) japanische Kultur erforscht und in Japan vielseitig gewirkt hatte – bei der Ausstellung “Collecting Japan – Philipp Franz von Siebold” ( noch bis 26. April 2020) im Museum Fünf Kontinente❣️Die Ausstellung ist so wunderschön; wie ein Wunderland, man entdeckt immer etwas neues, spannendes und berührendes… Ich empfehle Euch ganz herzlich, hinein zu gehen und eintauchen in die Edo-Zeit. 🗻👘❤️  äußert unser jourfixe-Mitglied Masako Ohta, Pianistin, Komponistin und Musikförderpreisträgerin 2019/2020 der Stadt München. Als Wahlmünchnerin mit japanischem Background und Künstlerin, die auch schon im Rahmenprogramm der Ausstellung vertreten war, stand Masako den Veranstaltern für ein kurzes Interview zur Verfügung:

Was verbinden sie mit Philipp Franz von Siebold?

Masako: Seine Tochter Ine aus seiner Beziehung mit Kusumoto Taki war die erste Frauenärztin Japans. Über Ine gab es eine Fernsehserie in den 1970er-Jahren, als ich ein Kind war. Ihre Geschichte faszinierte mich sehr. Das war meine erste Begegnung mit dem Namen „Philipp Franz von Siebold“.
2015 bekam mein Schwager, Prof. Kazuhiro Takii den Philipp-Franz-von-Siebold-Preis für japanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Da habe ich mich dann erneut mit ihm beschäftigt.

Warum haben sie dieses Objekt gewählt? Hat es für die heutige Zeit noch Relevanz?

Masako: Bei diesem fein verzierten Geruchsspiel muss man Düfte von verschiedenen Hölzern erraten. Man sagt, man versucht „die Düfte zu hören“. Es ist ein wunderschönes Spiel, das heutzutage nur selten gespielt wird. Aber gerade in unserer hektischen Welt könnte „das Lauschen nach Düften“ meditativ und sehr wohltuend sein.



Objekt: Gerätschaften für die Duftzeremonie
Dufthölzer mussten aus südasiatischen Ländern nach Japan importiert werden und waren entsprechend teuer. Sie wurden mehrere Jahre eingegraben, damit durch die Erdwärme die Harze hart wurden, die man dann zu Räucherwerk für die Klöster verarbeitete. Seit dem 8. Jahrhundert parfümierte man damit auch Zimmer und Kleider. Seit etwa dem 11. Jahrhundert begann man, Räucherwerk auch für Vergnügungen zu verwenden. Es entstand der „Duftweg“ (kōdō) in verschiedenen Varianten: Man musste erraten, welcher Duft zu welcher Stelle eines berühmten Romans oder eines Gedichts passte, oder einen Duft mit Namen erraten, was nicht einfach war, da über 2.000 Sorten Räucherwerk verwendet wurden. Alle Bestandteile wurden in aufwändig gearbeiteten Lackkästen verwahrt – es waren dies bis zu zwanzig kleine Kästchen und Utensilien.


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Titel-Collage: Ausgangsfoto mit Masako Ohta © Nicolai Kästner ǀ
Masakos Objekt: 18.Jh./1. Hälfte 19. Jh. ׀ Holz, Lack, Gold-Maki-e, Metall, Seide, Elfenbein, Feder ǀ S-1047)
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