“Paralleluniversum und kreative Traumfabrik: Die Künstlerkolonie in der Wiede-Fabrik im Münchner Osten ist ein Dorf in der Stadt, in dem Kreative unterschiedlichster Disziplinen Kunst produzieren.”
So beschrieb SZ online die verwunschene Welt, in die es mich  anlässlich eines Kulturempfangs verschlug. Auf dem Weg dorthin fühlte ich mich wie auf einer Expedition, ziemlich orientierungslos querfeldein durch Münchens Vorstadt-Pampa, glücklicherweise gaben Papierschilder zumindest punktuell den Weg vor. Als ich jedoch das Ziel erreicht hatte, leuchtete mir der Grund für die Einladung auf gerade dieses Gelände ein: Ich befand mich unvermittelt in einer Traumlocation,  auf einem 2000 qm großen Areal, welches mit einer Reihe hell beleuchteter, schmucker historischer Holzhäuser bestückt war und auf Anhieb verzauberte.

Ansicht des Wiede-Fabrik-Areals, Foto: Philipp Mansmann

Areal der Wiede-Fabrik,  Foto: Philipp Mansmann

Eine Hinweistafel erzählte mehr über diesen besonderen Ort. Ich zitiere von deren Homepage:
“Im Jahr 1928 errichtete der Firmengründer Gottfried Wiede auf dem knapp drei Hektar großen Gelände eine Fabrikations-Stätte zur Herstellung von Acetylen, einem ungiftigen Gas, das zusammen mit Sauerstoff zum Schweißen verwendet wird. Durch den Aufschwung während der Wirtschaftswunderjahre wuchs die Produktion und die Gasflaschen fanden weltweiten Absatz.

Wiede_Fabrik_historisch
Im Jahr 1985, nach fast sechzig Jahren Produktion im Familienbetrieb, wurde der Konkurrenzdruck jedoch zu groß und die Gründerfamilie entschloß sich zur Stilllegung. Sieben Jahre lang standen die kleinen Holzhäuser, eingestürzten Werkhallen und mächtigen Fabriktürme auf dem zunehmend überwucherten Gelände leer. Im Jahr 1992 richtete die Münchener Malerin Claudia Grögler als erste ihr Atelier in einem der Gebäude ein. Es folgte ein schneller Zuzug von zahlreichen weiteren Künstlern, bis die Fabrik mit allen Nebengebäuden weitgehend in Künstlerhand war.”

Inzwischen habe ich mit Initiator (u.a.)  Andreas Wiede-Kurz bzgl. dieser  außergewöhnlichen Neuverwertung des Familienbesitzes telefoniert: Nach Aufgabe der Fabrik wurde mit der Schaffung eines solchen Kunstareals ein Traum erfüllt. Geld scheffelt mit diesem Ateliersprojekt niemand, aber es trägt sich alleine, und der ideelle Wert ist erheblich. Fast täglich besucht Andreas Wiede-Kurz das Gelände und die 25 bis 30 inzwischen dort ansässigen KünstlerInnen. Keine Frage, dass bei der desolaten Atelier-Situation, in der sich viele Münchner KünstlerInnen befinden, die Warteliste für einen Ateliersplatz  dort entsprechend lang ist.

Sommerausstellung, Foto: Philipp Mansmann

Sommerausstellung, Foto: Philipp Mansmann

Im Winter- und im Sommerhalbjahr findet jeweils eine große Gruppenausstellung statt.

Ebenfalls auf dem Gelände befindet sich eine urige Weinhandlung.




Bei Interesse kann man sich auf der Homepage in einen entsprechenden Einladungsverteiler eintragen lassen.

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Alle Fotos auf dieser Seite stammen von

www.philipp-mansmann.de