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… Ein weiterer Filmabend über politisch aktive Frauen vor 100 Jahren in Deutschland
in Anwesenheit der Regisseurin, Dr. Heike Bretschneider

Im Rahmen des Gedenkens an das Ende des Ersten Weltkriegs laden die Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit/IFFF , das Kulturreferat der LH München, die Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern und die Petra Kelly Stiftung dazu ein, sich mit bedeutenden Frauen- und Friedensaktivistinnen zu beschäftigen und einen Bogen in unsere Zeit zu schlagen. Wir erinnern an mutige Frauen, die Kriege entschieden abgelehnt haben, egal wo und von wem sie geführt wurden. Wir betonen zugleich, dass ihre Forderungen nach Ächtung militärischer Einsätze und dem Verbot von Waffenproduktionen und Waffenexporten erschreckend aktuell sind,so Brigitte Obermayer, Geschäftsführerin der IFFF/Münchner Sektion.

 

Der bayerische Ministerpräsident Kurt Eisner (mit Hut) und seine Frau Else  auf einer Demonstration; Die Aufnahme stammt vom späteren Hitler-Fotografen Heinrich Hoffmann, München, 16.02.1919 ; Quelle: Spiegel.de

Vor 100 Jahren  verkündete Kurt Eisner den „Freistaat Bayern“.
Das Frauenwahlrecht und der Acht-Stunden-Tag wurden eingeführt; die Frauen forderten mehr Rechte, mehr Freiheit und damals schon eine Frauenquote.

Protagonistin des diesmaligen Filmabends ist Constanze Hallgarten (1881-1969) , die als Frauenrechtlerin und Pazifistin als eine der führenden Frauen der deutschen Friedensbewegung gilt . Sie warnte früh vor den Gefahren des Nationalsozialismus und stand bereits beim Hitler-Ludendorff-Putsch 1923 auf einer „schwarzen Liste” der Nationalsozialisten!

Im Mai 1919 fand der Internationale Frauenfriedenskongress nach dem 1. Weltkrieg in Zürich statt. Constanze Hallgarten zählte zu den Münchner Teilnehmerinnen. Als eine Folge des Kongresses formierte sich die noch heute bestehende Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit, kurzIFFF

Nachdem man Frauen bei den Verhandlungen in Versailles für unerwünscht erklärt hatte, organisierten diese eine eigene Friedenskonferenz 1919 in Zürich, mit nachhaltigeren und vor allem positiveren Folgen als die Herren, wie die Geschichte zeigen sollte. Quelle: www.womenvotepeace.com

Constanze Hellgarten 1956, kurz vor ihrem Tod

Ab 1919 leitete Constanze Hallgarten deren Münchener Sektion, desweiteren engagierte sie sich intensiv im Völkerbund. Sie zählte 1931 zu den  Begründerinnen der deutschen Sektion der „Weltliga der Mütter und Erzieherinnen“ und veranstaltete am 13. Januar 1932 eine Friedenskundgebung in München, bei der neben der französischen Pazifistin Marcelle Capy auch Erika Mann, die Freundin ihres Sohnes Richard, als Rednerin auftrat. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verließ sie Deutschland mit ihrer Mutter und ihrem Sohn. Zunächst emigrierte sie in die Schweiz, einige Zeit später nach Frankreich.

Mit ihrer Mutter lebte sie dort zunächst in Versailles, später in Paris. 1941 konnte Constanze Hallgarten unter großen Schwierigkeiten vom besetzten Paris aus, über Marseille, zu ihrem Sohn George W. F. Hallgarten ins amerikanische Exil fliehen.

1955 kehrte Constanze Hallgarten nach Deutschland zurück und engagierte sich weiter in der „IFFF“. Bis zu ihrem Tod 1969 war sie dort aktiv. (Quelle: Ausschnitte Wikipedia)


 

Donnerstag, 25.04.2019, 19.00 Uhr
KiM-Kino im Einstein, Einsteinstraße 42 (U-Bahn/Tram Max-Weber-Platz)
Karten: 6,- / 4,- € – Vorbestellung unter 089 93 23 92 möglich

 


IFFF/WILPF Logo

Federführende Veranstalterin des Filmabends ist  die Münchner Sektion der IFFF/WILPF (Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit), im Rahmen von deren umfassender EU-Reihe „Women Vote Peace“ 2018/2019. Mehr dazu findet sich unter „HER STORY complementing History

Die Verbindungen der IFFF zur Schweiz sind vielfältig und spannend. Insbesondere fand 1919 in Zürich der erste Internationale Frauenfriedenskongress nach dem Ersten Weltkrieg statt, an dem auch Münchnerinnen, unter der Führung von Anita Augspurg und Lida Gustava Heymann teilnahmen. Sie benannten ihre Organisation damals um: in die bis heute bestehende Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit/IFFF, mit der WILPF (Woman*s International League For Peace and Freedom) als internationalem Dachverband.

Aus Anlass des 100. Jahrestages wird im Mai 2019 in Zürich eine Jubiläumsveranstaltung am historischen Tagungsort durchgeführt.

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