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(…) “ lasset eure Weiber schweigen in der Gemeinde; denn es soll ihnen nicht zugelassen werden, daß sie reden, sondern sie sollen untertan sein, wie auch das Gesetz sagt.“

Dieses berühmt-berüchtigte Zitat des Apostel Paulus (1. Korinther 14, Vers 34) inspirierte das Kunstpastoral der Erzdiözese München-Freising dazu, der künstlerischen Stimme von Frauen in der Kirche St. Paul zu München Raum zu bieten. In diesem bewährten Standort für zeitgenöissische Kunst reagieren sechst Frauen in einer Gruppenausstellung, in großformatigen und skulpturalen, installativen Werken, auf dieses knapp zwei Jahrtausende geltende Diktum.

Birthe BlauthPatricija Gilyte
Sarah Lehnerer – Nina Annabelle Märkl
Lorena Herrera RashidSusanne Wagner

positionieren sich in unterschiedlicher und vielfältiger Weise innerhalb dieses innovativen Ausstellungsprojektes:

Ihre Arbeiten, die sie explizit für diese Ausstellung geschaffen haben, hinterfragen kirchliche und gesellschaftliche Rollenbilder und treten in künstlerischen Dialog mit der neugotischen Architektur und der Ornamentik des Kirchenraumes. Es entstehen raumgreifende Interventionen, die individuelle und spannende Positionen der sechs ausgewählten Künstlerinnen reflektieren.

Die Ausstellung wird kuratiert von
Dr. Barbara Fischer und Dr. Alexander Heisig
für den Fachbereich „Kunstpastoral“ der Erzdiözese München und Freising

Prämisse: Die Stellung der Frau innerhalb der Kunst ist ähnlich ambivalent wie innerhalb der katholischen Kirche: Obwohl der Anteil der Frauen in der Ausbildung an den Kunstakademien weit überwiegt, prägen nach wie vor männliche Künstler den Kunstbetrieb und erhalten die Preise; und wenn dann werden Künstlerinnen meist nur im Kontext von Malerei, Video oder kleinformatigen Sujets wahrgenommen.

Ein vergleichbares Phänomen ist in der katholischen Kirche zu erkennen, deren gemeindlich-pastorales Leben ohne das Wirken der Frauen nicht denkbar wäre, aber in der kirchlichen Struktur erst seit dem II. Vatikanum langsam und in jüngerer Zeit stärkere Relevanz erfährt. Ursächlich für beide ist wesentlich das in Verbindung mit dem hl. Apostel Paulus stehende Wort von der »in der Kirche zu schweigen habenden Frau.« Dieses über knapp zwei Jahrtausende geltende Diktum hat nicht nur die Kirche geprägt, sondern auch die künstlerischen Entfaltungsmöglichkeiten von Frauen stark eingeschränkt. Erst im zunehmend säkularisierten 20. Jahrhundert und vor allem mit der feministischen Bewegung der 60er und 70er Jahre konnten die verkrusteten Strukturen im Bereich der Kunst aufgebrochen werden. Mit dem »weiblichen Blick« sind neue Sichtweisen entstanden, deren bildnerische Umsetzungen für die Gesellschaft und damit auch für die Kirche von eminenter Bedeutung und hoher Aktualität sind.


Die Ausstellung wird von einem umfassenden Programm begleitet:

Siehe auch unter „aktuell“ >
https://www.erzbistum-muenchen.de/ordinariat/ressort-4-seelsorge-und-kirchliches-leben/kunstpastoral


Mehr zum Kunstpastoral der Erzdiözese München-Freising,
unter Leitung von Dr. Ulrich Schäfert

Die Münchner Paulskirche – Sitz der Kunstpastoral: Seit über einem Jahrzehnt ein besonderer Ort der immer wieder neuen Begegnung von Kirche und zeitgenössischen Künsten: Dauerhaft haben hier Heimat gefunden die zeitgenössisch gestaltete Pauluskapelle, Arbeiten des Holzbildhauers Rudolf Wachter oder die Videoinstallation von Stefan Hunstein „Gegenwart… !“. Auf dem Bild doppelt sich der Pfarrpatron in einem der schwarzen Spiegel von Stefan Hunstein, Verweis auf die „andere“ Wirklichkeit hinter den Dingen. So entdecken wir immer wieder neu unseren Glauben in neuem Gewand, denn die Kirche braucht heute, wie Papst Franziskus sagt, „neue Zeichen, neue Symbole, neues Fleisch“. … mehr

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St. Paulskirche in München, auch ein zentraler Veranstaltungsort des Kunstpastorals der Erzdiözese München-Freising; Foto: Ramgeis/2004

Die katholische Pfarrkirche St. Paul, auch Paulskirche genannt, ist die erste Pfarrkirche der Ludwigsvorstadt in München. Sie wurde 1892 bis 1906 nach Plänen von Georg von Hauberrisser im neugotischen Stil errichtet. St. Paul zählt mit dem 97 Meter hohen Ostturm nicht nur zu den höchsten, sondern neben dem Liebfrauendom auch zu den mächtigsten Kirchenbauten Münchens. >MEHR