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Aus Sehnsucht nach seiner Heimat brachte 1823 der als Stabsarzt in niederländischen Diensten tätige Philipp Franz von Siebold ein Tafelklavier nach Japan mit, das von William Rolfe & Sons 1819 in London gebaut worden war. Es ist heute noch erhalten und als ältestes Klavier des Landes im Kumaya-Kunstmuseum in Hagi (Präfektur Yamaguchi) ausgestellt.

Gemeinschaftsausgabe anlässlich des 200. Geburtstags von Philipp Franz von Siebold im Jahre 1996
(
Deutsche Post und damaliges japanisches Ministerium für das Postsystem).

Im Japan der Edo-Zeit spielten Siebold und andere vor Ort tätige ausländische Abgesandte nicht nur Lieder aus ihrer Heimat, sie hörten natürlich auch japanische Klänge und Melodien, auf die sie ihrerseits musikalisch reagierten.

Masako Ohta lässt sich von der Zusammenkunft und dem Zusammenspiel der beiden Musikwelten inspirieren und gibt ihrem Konzert den Titel „Den Duft hören. Die Luft lesen“.

„Den Duft hören“ bezeichnet das Erraten verschiedenster Düfte im traditionellen Duftspiel Kodo, das auch in der Sonderausstellung “Collecting Japan” präsent ist. „Die Luft lesen“, Kuuki wo yomu, bedeutet, das richtige Gespür für bestimmte Situationen zu entwickeln und zu besitzen, zwischen den Zeilen lesen zu können, dem Gegenüber gefühlvoll und niemals rechthaberisch zu begegnen. Diese Fähigkeit spielt in der japanischen Gesellschaft eine wichtige Rolle.

Masako Ohta fotografiert von TINA MESS

Masako Ohta ist überzeugt, dass Philipp Franz von Siebold mit diesen japanischen Gefühlsebenen sehr oft konfrontiert wurde und möchte das zum Anlass nehmen, sich gemeinsam mit den Besucher*innen auf eine musikalische Reise durch Japan und Europa zu begeben.

Sie wählt für ihr Konzert Musik aus der Edo-Zeit: Das Lied „Sakura“ und ihre eigenen Variationen davon. Das für eine Koto (Wölbbrettzither) komponierte Stück „Chidori no Uta“ und ihre eigenen Improvisationen zu Musik und Klängen dieser Zeit. Dem gegenüber stellt sie Werke von Wolfgang Amadeus Mozart sowie Franz Schubert – einem Zeitgenossen Siebolds – und dem Holländer Jan Pieterszoon Sweelinck. 


Nachdem das Konzert schnell ausverkauft war, bestand für alle Zuspätgekommenen etc. die Möglichkeit, das Konzert am 13.9., 11 Uhr, im Livestream zeitgleich zu verfolgen oder ab sofort unter nachstehendem LINK > 

 


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Die Konzert-Matinée “Den Duft hören. Die Luft lesen” von Masako Ohta bildete zugleich die Abschlußveranstaltung zur Ausstellung “Collecting Japan” im Museum Fünf Kontinente:

Plakatmotiv zur Ausstellung “Collecting Japan” mit einem Portät Franz von Siebolds

In der großen Sonderausstellung “Collecting Japan: Philipp Franz von Siebolds Vision vom Fernen Osten” präsentierte das Museum,  vom 11. Oktober 2019 bis 13. September 2020, Objekte aus der Sammlung Siebold als „Siebold’sches Museum“ neu und Philipp Franz von Siebold als vielseitigen Forscher und pionierhaften Museologen. Siebold hielt sich zweimal in Japan auf, von 1823-1829 und von 1859-1862. Dabei konnte er umfassende botanische, zoologische und völkerkundliche Forschungen durchführen, die ihn zum bedeutendsten Kenner des Inselreiches machten. Nach seiner Rückkehr war er bestrebt, dem Westen die japanische Kultur nicht nur durch Publikationen sondern auch durch Ausstellungen seiner Sammlungen nahezubringen. Als er in München die Sammlung von seiner zweiten Japanreise aufbaute, verstarb er 1866 und wurde auf dem Alten Südlichen Friedhof bestattet, wo sein Grab noch immer zu sehen ist. 1874 kaufte der bayerische Staat die Sammlung, die heute im Museum Fünf Kontinente aufbewahrt wird.

2016/2017 wurde die Sammlung Siebold als „Siebolds Japanisches Museum“ in fünf bedeutenden Geschichts- und Volkskundemuseen Japans präsentiert. Im Einzelnen waren dies das National Museum of Japanese History (Sakura), das Edo-Tokyo-Museum (Tokyo), das National Museum of Ethnology (Osaka), das Nagasaki Museum of History and Culture (Nagasaki) sowie das Nagoya City Museum (Nagoya).

www.museum-fuenf-kontinente.de


Titelmotiv:
Momentaufnahmen von jourfixe-Mitglied Masako Ohta, Pianistin, Komponistin und Klangperformerin, während sie im Vorfeld ihrer Konzert-Matinée im Museum Fünf Kontinente probt,
kombiniert mit dem Logo des Museums sowie
mit dem Logo der Kulturplattform jourfixe-muenchen: Eine Theatermaske mit Perlenträne
Der Programm-Text stammt von der Homepage des Museums Fünf Kontinente in München

 

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