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Ist es wirkliche ein Makel sich anders zu fühlen, anders zu erscheinen und anders zu sein?

Ein zentrales menschliches Thema – wer bin ich, wenn ich nicht so bin wie ihr alle?

In dem harmlos klingenden Titel aus der Reihe “Lebenslinien“: “Ein Oberpfälzer auf der Oidn Wiesn“, münden diese Fragen zunächst in ein verzweifeltes Versteckspiel, als Jürgen Kirner, der in einem konservativen Umfeld in der Oberpfalz aufwächst, mit 13 Jahren seine Homosexualität entdeckt. Das quälende Gefühl anders zu sein, wird in Folge zu seinem Aktivator für Kreativität und gesellschaftlichen Erfolg. Er brilliert als Kopf der Musikkabarett-Gruppe Couplet-AG, Erfinder der Fernsehsendung “Brettl-Spitzen“, als Schauspieler und schließlich auch noch als künstlerischer Leiter eines Wiesn-Zelts. Alles um den Preis des Getriebenseins!

Denn ich muss immer noch besser sein als die anderen, um es ihnen zu beweisen“, erklärt sich Jürgen Kirner im Film.

Eine Biografie also, die mehr noch als andere, einer behutsamen Umsetzung bedurfte. und die daher bei Regisseurin Constanze Hegetusch in die genau richtigen Hände gelangt ist, da Hegetusch mehr als einmal einen sicheren Instinkt bei der Umsetzung schwieriger, sogar fast unerträglicher Lebenslinien bewiesen hat, nicht zuletzt bei der  BR-Dokumentation “Die unheilvolle Narbe”, über eine Mutter-Tochter-Beziehung vor dem Hintergrund der NS-Verfolgung und der medizinischen Experimenten an Sinti und Roma.

Nun also Constanze Hegetuschs neuestes Portrait über Jürgen Kirner, einen Mann und Künstler, den gefühlt das gesamte Münchner Publikum  – mindestens – längst zu kennen meinte und den uns die Filmemacherin in ihrem Portrait menschlich mit Sicherheit noch einmal ganz neu näher bringen wird …



 

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Jürgen Kirner mit seiner Mutter beim Gartenfest. | Bild: BR/Philipp Kimmelzwinger
Jürgen Kirner mit seiner Mutter bei seinem Gartenfest.

Filminfo

Originalitel: Ein Oberpfälzer auf der Oidn Wiesn (D, 201
Regie: Constanze Hegetusch
Redaktion: Christiane von Hahn
Länge: 45 Minuten
VT-UT, 16:9, stereo