Die Chronik der Freien Bühne München blickt  in diesem Jahr auf eine 5jährige Erfolgsgeschichte zurück. Eine stolze Bilanz! Erst recht für eine Bühne, die 2015 gegründet wurde, weil es ihresgleichen in ganz Deutschland noch nicht gab: Die Journalistin Angelica Fell suchte seinerzeit für ihren Sohn Dennis Fell-Hernandez eine Ausbildungsmöglichkeit an einem Theater, fand jedoch in ganz Deutschland keines, das SchauspielschülerInnen mit Trisonomie 21 (auch Downsyndrom genannt) aufnimmt. Daher gründete sie kurzerhand, gemeinsam mit ihrer Tochter Marie-Elise Fell, 2015 die Freie Bühne München, ein Theater-Ensemble mit angegliederter Schauspielschule für Menschen mit und ohne Behinderung.

Angelica und Tochter Marie-Elise Fell, Gründerinnen und geschäftsführender Vorstand der FBM

Das Konzept bewährte sich und so kann die erste Absolventin Luisa Wöllisch selbst schon auf eine eigene Erfolgsgeschichte zurückblicken: Gleich nach der Ausbildung ergatterte sie eine Hauptrolle in der Erfolgskomödie 2019, “Die Goldfische”, an der Seite von Stars wie Tom Schilling und Jella Hase und zeigt seither vielfältige Präsenz auf Bühnen und in TV-Rollen.

Sony Entertainment unterstützt die FBM aus dem DVD-Verkauf des Films „Die Goldfische“. Spendenübergabe am 26.10.19, v.l.  Justyna Muesch (Produzentin, Wiedemann & Berg Film), Angelica Fell (FBM), Luisa Wöllisch, Melanie Kreidel (SONY PICTURES ENTERTAINMENT DEUTSCHLAND GMBH ) und Alireza Golafshan (Regisseur „Die Goldfische“), dahinter Jan Meyer (Regisseur & künstl. Ltg. FBM)

Die Erfolgsgeschichte jeder Bühne erzählt sich vor allem durch ihre Inszenierungen. Die Freie Bühne München erarbeitet seit Herbst 2014 inklusive Theaterstücke. Jedes Jahr entsteht so eine einzigartige Produktion, die in München und auf Gastspielen in ganz Deutschland präsentiert wird. > MEHR
Der Regisseur und künstlerische Leiter  Jan Meyer versteht es auf kongeniale Weise, die Diversität der SchauspielerInnen mit und ohne Behinderung in vielschichtige künstlerische Perspektiven umzuwandeln, die mich Inszenierung für Inszenierung packen!

Aus dem Stand, schon ab meinem ersten Probenbesuch, faszinierte mich die künstlerische Arbeit des Ensembles, die ich, “angefixt” seit 2017, intensiv verfolge, mehr als Fan denn als kulturschaffende Kollegin, denn die Stücke üben auf mich genau jenen Zauber aus, der für mich Bühne ausmacht – oder ausmachen sollte,  dank eines einfühlsam austarierten Miteinanders aus Spiel, Licht, Kulissen und Kostümen. Dass ich mit meinem Empfinden nicht alleine bin, spiegelt sich am Zulauf auch der Matadore der Münchner Theater- und Kulturszene wieder, die ebenfalls die Vorstellungen zahlreich und stetig besuchen.

Aktuell blicke ich schon gespannt der Premiere 2020 von “DIE NASHÖRNER” von Ionesco entgegen. Soviel sei schon verraten: Hier führten die Corona-Einschränkungen einfallsreich zu einer neuartigen multimedialen Inszenierungstechnik! Typisch FBM-Style eben  😉

Die Titelcollage von Gaby dos Santos zeigt Pressefotos (Johann Miedl) von  FBM-Inszenierungen seit 2015 (unten rechts) bis 2019 oben links, im Uhrzeigersinn

Gruppenbild des FBM-Ensembles während der Kostümprobe zu “Die Nashörner” im September 2020

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