Bevor sich die festangestellte Kulturmanagerin Katrin Neoral und die freischaffende Sängerin Anamica Lindig als Initiatorinnen der Diskussion „Kultur in der Krise“ zusammenschlossen, hatten beide auf ihre Weise die existenziellen Nöte der Kultur- und Kreativbranche öffentlich thematisiert. Neoral erlebte durch Freunde und Bekannte mit, welche Verwirrung unter Kulturschaffenden zu Hilfsmaßnahmen gegen die Auswirkungen der Corona-Pandemie entstanden ist.

Die Kriterien für die Bayerische Corona-Soforthilfe wurden präzisiert, als die ersten Anträge bereits gestellt waren. „Nun wussten viele nicht, ob sie das Geld, das ihnen überwiesen worden war, tatsächlich behalten durften. Die erweiterte Soforthilfe des Bundes konnten viele Soloselbstständige wegen zu geringer Betriebskosten nicht in Anspruch nehmen. Als es dann auch noch strukturelle Schwierigkeiten beim Antragsverfahren für das lange angekündigte bayerische Künstlerhilfsprogramm gab, das auch Lebenshaltungskosten berücksichtigte, ging ein Aufschrei durch die Reihen.“, beschreibt Neoral.

jourfixe-Mitglied, Katrin Neoral, Sängerin, Kulturmanagerin und Initiatorin der Diskussionsrunde “Kultur in der Krise”

Die Enttäuschung, Ohnmacht und existenzielle Not vieler Nahestehender wollte die Wahlmünchnerin durch ihre vermittelnde Art auffangen: Mit Unterstützung der Kulturplattform jourfixe-muenchen, des Tonkünstlerverbands Bayern, des  Netzwerks Freie Szene München und 220 Privatpersonen reichte die studierte Germanistin und ausgebildete Jazzsängerin Katrin Neoral Ende Mai 2020 erfolgreich eine Sammelpetition zur Nachbesserung des bayerischen Hilfsprogramms für freischaffende Künstlerinnen und Künstler im Bayerischen Landtag ein: Der Ausschuss für Wissenschaft und Kunst beriet die Eingabe mit dem Votum „Würdigung“ und leitete diese an das Staatsministerium von Bernd Sibler zur Stellungnahme weiter. Diese steht bis dato aus.

Anamica Linding, Sängerin und Initiatorin der Diskussionsrunde “Kultur in der Krise”

Anamica Lindig ist als Freischaffende von den Anti-Corona-Maßnahmen der Staatsregierung selbst finanziell betroffen: „Ich bin aber nicht der Typ, der gern jammert. Mir war schnell klar: Ich will aktiv etwas tun, um auf die existenzielle Notlage in meiner Branche aufmerksam zu machen, und mit der Politik in den Dialog treten.“ Mitte Juli organisierte sie kurzerhand eine Gesprächsrunde mit Landtagsvize-Präsident Dr. Wolfgang Heubisch und Vertretern der Musikbranche im heimischen Wohnzimmer. Ein Zeitungsbericht darüber führte die dreifache Mutter mit Katrin Neoral zusammen. Beiden war sofort klar: „Gemeinsam sind wir stärker!“

Mit Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen konnten die beiden engagierten Frauen eine hochkarätig besetze Diskussionsrunde organisieren. In der Münchner Volkstheater GmbH und der Kulturplattform jourfixe-muenchen fanden sie erfahrene Unterstützung für ihr Anliegen:

„Kultur in der Krise –
Wie bewahren wir die Vielfalt der bayerischen Kultur- und Veranstaltungsbranche vor dem Point
of no Return?“

Diskussionsveranstaltung mit bayerischen Landespolitikern und Kulturschaffenden
28.09.2020, 13:30 – 15:00 Uhr (geschlossene Runde wegen Corona)
Münchner Volkstheater (Großer Saal), Brienner Str. 50, 80333 München


“Kultur in der Krise” – Beitrags-Übersicht
zu den Initiativen von jourfixe-Mitglied Katrin Neoral und Sängerin Anamica Lindig zur Verbesserung der Lage Kulturschaffender in Bayern
sowie zur Diskussionsrunde 28.9./Münchner Volkstheater
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