Heiko Dietz hat den Raum verloren, der über die letzten Jahre sein theater … und so fort  beherbergt hatte. Nun sucht der Münchner Theatermann, Schauspieler und leitender Dozent (TheaterRaum München) eine neue (Keller)Räumlichkeit oder Halle, um sie mit seinem Theater zu beleben. Zwischenzeitlich gastiert er mit seiner Theater-Truppe in wechselnden Bühnen. Durch solcherart Hilfsbereitschaft bekunden seine KollegInnen nicht nur Solidarität, sondern auch Respekt für einen der besten Theatermacher der “Freien Szene” Münchens, die ich nicht zufällig lieber als “vogelfreie Szene” bezeichne, was sich in diesem Fall leider auf ziemlich existenzielle Art und Weise bestätigt.

Das”theater und so fort” nach dem Wasserschaden im Herbst 2017; Foto: Heiko Dietz

Durch Fahrlässigkeit wurde im letzten Jahr das theater … und so fort unter Wasser gesetzt. Sanierungsarbeiten begannen, wegen denen der Bühnenbetrieb während der gesamten Herbst-Saison eingestellt werden musste, mit dramatischen Folgen für das Budget des Theaters. In einem SZ-Interview von Stefan Mühleisen, Theater sucht Bühne, vom 4. Februar 2018, erläutert Heiko Dietz:

“Die Insolvenz konnte ich bisher mit einem Privatkredit abwenden.

Nun hat immerhin die Landeshauptstadt München weitere Fördermittel zugesagt. Über Räumlichkeiten, die sie dem theater … und so fort vermieten könnte, verfügt sie aber derzeit (noch) nicht. Stellt sich mir die Frage, ob sich nicht längerfristig in einem der momentan noch im Bau befindlichen Kreativ-Quartiere eine Räumlichkeit fände? Wie auch immer, Heiko Dietz’ angespannte Lage erfordert eine rasche Lösung! Um ihn via meiner Social Media Kanäle besser unterstützen zu können, traf ich ihn kürzlich im Artist Studio zu Foto und Gespräch. Dabei überraschte er mich durch die unverminderte Tatkraft, mit der er seine Suche nach einer neuen Location voran treibt, allen bisherigen Widrigkeiten zum Trotz!

 

 

Heiko Dietz auf der Studiobühne in Peter Langs Artist Studio im UG des Münchner Künstlerhauses im Februar 20118

Vielleicht auch, weil er sich nicht zum ersten Mal in einem Zustand künstlerischer Obdachlosigkeit befindet: Vor Jahren hatte er schon einmal seine Bühne im Gärtnerplatz-Viertel verloren und kurzfristig 2009 die Räumlichkeiten des ehemaligen Kabaretts “Unterton” von Jörg Maurer übernehmen können, als der sich ins Werdenfelser Land zurück zog, um künstlerisch umzusatteln fortan dort seine Bestseller-Alpenkrimis um Inspektor Jennerwein zu konzipieren.

Auch hinter Jörg lagen damals fünfzehn lange Jahre finanzieller Engpässe; ich erinnere mich noch an ein aufwühlendes Gespräch, das ich 2006 mit ihm geführt habe, in dem er mir seinen alltäglichen Kampf um den Erhalt seiner Bühne schilderte. Trotz einer beträchtlichen Reputation als Kabarettist und Träger des Schwabinger Kleinkunstpreises und trotz hervorragender Besucherzahlen … Und ja, ich erkannte damals, wie so oft in Gesprächen mit KollegInnen, auch eigene bittere Erfahrungen als Kunstschaffende wieder. Wie viel nimmt doch jede/r von uns regelmäßig in Kauf, nur um der Ausübung seiner Kunst willen, denn “wenn Du Künstler bist, dann hast Du von Geburt an etwas in dir, das dich zwingt Künstler zu sein.”, bringt es der Berliner Maler Axel Neumann treffend auf den Punkt.

Heiko Dietz – Münchner Theatermacher mit Leidenschaft, Vision und Durchhaltekraft

Und so setzt auch Heiko Dietz seine Suche fort. “Harte Zeiten erfordern harte Maßnahmen!“, überschreibt er augenzwinkernd seinen aktuellen Newsletter und fährt fort: “Nämlich: WEITERMACHEN! Bei uns läuft alles grad auf Hochtouren! Wir proben proben proben… Bis Ende Mai haben wir noch einiges zu zeigen (und auch danach geht es weiter…), und wir würden uns freuen, wenn uns die besten Fans, die man haben kann, mit ihrem Besuch unterstützten.

Parallel suchen wir natürlich weiter nach einer neuen Spielstätte.” Mir gegenüber betonte Heiko Dietz, dass er keinesfalls zwingend nach einer bereits bestehenden Bühne zur Übernahme Ausschau halte, sondern nach einem (Keller)Raum oder einer Halle, gerade geschnitten, mit freiem Blick, also ohne Zwischenpfeiler, auf einen potentiellen Bühnenbereich von ca. 5 x 3 m und einer ca. Gesamtfläche von 200 qm bis 250 qm, gerne auch auf einem Firmengelände, denkbar auch in der Visitenkarten-Funktion einer Allianz-Arena der intimeren und besonderen Art, weil sie einmal nicht dem (sportlichen) Großereignis Raum bieten würde, sondern der Kunst –

… denn, wie es Maler Axel Neumann ausdrückt: „Für mich ist Kunst Magie. Sie lässt sich nicht rational greifen, nur emotional. Wer spürt, kommt mit der Wirklichkeit und mit sich selber in Berührung. Wir stehen nicht mehr außerhalb, davor oder daneben, sondern sind mittendrin.

 


> Zum Spielplan


Verzeichnis aller jourfixe–Blogbeiträge mit jew. Link