Ein Historical von Gaby dos Santos, mit Albrecht von Weech als Interpret der berühmten UFA–Hits aus der Feder von  Textdichter Bruno Balz,
wie: Kann denn Liebe Sünde sein? – Davon geht die Welt nicht unter – Waldemar u.v.m., begleitet am Piano von Thomas Erich Killinger (musikalischer Leiter)

Die wechselvolle Vita des Textdichters, der als Schwuler verfolgt und zugleich als Hitschreiber von Durchhalte–Songs instrumentalisiert wurde, erzählen Lutz Bembenneck sowie
Gaby dos Santos, begleitet von Projektionen zeitgeschichtlicher Bildcollagen und kombiniert mit O–Tönen des Künstlers Jürgen Draeger, Balz-Biograf und Nachlassverwalter
Bruno Balz Archiv

Details zur Produktion:


Albrecht von Weech

Gesang

Lutz Bembenneck

Rezitation

Thomas Erich Killinger

Piano

Gaby dos Santos

Rezitation, Produktion, Regie & Buch
Im Dritten Reich als Schwuler beinahe deportiert, in eine Scheinehe gezwungen und in der Öffentlichkeit totgeschwiegen, überlebte der Textdichter Bruno Balz, indem er die Propaganda–Maschinerie des Dritten Reiches und somit die gesamte Star–Riege der UFA mit Durchhalte–Hits versorgte, wie:
Es wird einmal ein Wunder geschehen – Er heißt Waldemar – Davon geht die Welt nicht unter!  – Sing, Nachtigall sing … u.v.m.

Bildcollage von Gaby dos Santos aus der Show

Das wiederum brachte ihn nach dem Krieg wegen Nazi–Propaganda vor Gericht, wodurch er sich zu einer Zeit zum Outing gezwungen sah, in der der Paragraf 175 männliche Homosexualität noch immer unter Strafe stellte! Davon erzählt das multimediale Künstlerportrait und stellt Balz’ Schicksal seinen Songs gegenüber, die live von einem männlichen Interpreten vorgetragen werden. Dadurch entfalten Liedtexte, die jeder zu kennen meinte, ungeahnte Doppelbödigkeit!
Du und ich im Mondenschein, auf einer Parkbank ganz allein …
Junge, Junge, das wär’ herrlich,
aber nicht ganz ungefährlich …

Bildcollage zu Jürgen Drager, u.a. aus einem ORF-Beitrag; Quelle: Bruno Balz Archiv

Die Lebensstationen ihres Schöpfers lässt in Toneinblendungen sein letzter Lebensgefährte, Maler und Schauspieler Jürgen Draeger Revue passieren. Sie stammen aus einem langen Interview, das Gaby dos Santos 2004 mit dem Zeitzeugen und Künstler in Berlin führte. > ENTSTEHUNGSGESCHICHTE: “Auf Zarah Leanders Sofa …”

Ergänzt wird der Multimedia-Teil durch projizierte Archiv–Bilder, Filmszenen, Dokumente aus dem privaten Nachlass sowie publizistische Zitate. Dazu hat Gaby dos Santos eine spezielle Bild-Sprache entwickelt,  die auf sparsame Effekte setzt, um stattdessen die Aufmerksamkeit auf die jeweils zentralen Bildelemente zu lenken. Stilistisch greifen ihre Bild-Collagen die Patina alter UFA-Filme auf und ersetzen so, obgleich informativ, dokumentarische Sachlichkeit durch atmosphärische Dichte. Die Collagen sind in Bildserien zusammengefasst, die ineinander greifen und dadurch, trotz der Statik der einzelnen Bilder, einen filmähnlichen visuellen Fluss entstehen lassen.

Bild-Collage aus dem Multimedia-Teil des Bruno Balz Historicals

Live  vorgetragene, verbindende Texte beleuchten die historischen Hintergründe der Biografie.

Making Of: Schauspieler Lutz Bembenneck und Gaby dos Santos, beide “Live-Erzähler” im Historical, vor und auf der Probenbühne im Artist Studio, im UG des Münchner Künstlerhauses


> LINK zum ausführlichen Artikel “Ein Wunder für Zara”, Süddeutsche Zeitung, 10/2018

Bildcollage von Gaby dos Santos als Songtafel für den titelgebenden Song “Kann denn Liebe Sünde sein?”

 


Produktion: Gaby dos Santos  im  Artist Studio

Historische Beratung: Albert Knoll
Forum Homosexualität München und Archivar in der KZ–Gedenkstätte Dachau
Christian Sepp, Historiker und Autor (“Sophie Charlotte, Sisis leidenschaftliche Schwester”)

Produziert mit freundlicher Unterstützung des
Kulturreferats der Landeshauptstadt München

Zuletzt in München gezeigt
mit freundlicher Unterstützung der Münchner Regenbogenstiftung:

21.10.2016 im NS–Dokuzentrum München
07.11.2018 sowie 20.02.2019 in der Pasinger Fabrik

 

Reprise geplant 2020,
zum 80. Geburtstag von Jürgen Draeger!

 

< Chansonnier Albrecht von Weech links und
Thomas Erich Killinger (am Piano), musikalischer Leiter der Produktion bei Proben


NDR-Beitrag vom 19.06.19, u.a. mit Ausschnitten zu einer Münchner Aufführung 2019

> LINK zum Beitrag

Jürgen Draeger sitzt auf dem Sofa von Zarah Leander; Bild aus dem nachstehenden NDR-Beitrag

“Ich weiß, es wird ein Wunder geschehen”

DAS! – 19.06.2019 18:45 Uhr Autor/in: Sascha Henn
Die Entstehung des Erfolgsschlagers “Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen” mutet fast wie ein Krimi an. Denn das Lied rettete Songschreiber* Bruno Balz vor dem Tod.

*Der obige Begriff “Songschreiber” steht für “Textdichter”, Bruno Balz schrieb die Texte zu den Liedern, komponierte aber nicht die Musiken; die in der Hauptsache von Michael Jary stammen

Einige Hinweise zur obigen filmischen NDR-Reportage:

Bruno Balz war TEXTDICHTER, nicht Komponist. Vertont hat dessen unvergessene Liedzeilen vor allem KOMPONIST MICHAEL JARY.

Die Filmaufnahmen in München sind während der Proben und einer Aufführung des Historicals “KANN DENN LIEBE SÜNDE SEIN? – BRUNO BALZ” entstanden und zwar in der Pasinger Fabrik und NICHT in den Kammerspielen, wie, laut meinem Feedback, bereits mehrfach falsch verstanden wurde, da im Beitrag das Historical mit “in einem Kammerspiel” missverständlich umschrieben wurde. Auch hat sich KEINESWEGS Der Münchner Schauspieler Albrecht von Weech hat sich in einem Kammerspiel dieser unglaublichen Geschichte angenommen …  Diese Formulierung erweckt fälschlich den Eindruck einer Urheberschaft Albrecht von Weechs, der aber für  die Produktion von mir als Chansonnier (nicht als Schauspieler) engagiert wurde. (Siehe obige Ausführungen)

Im Kurzbeitrag zu sehen sind Chansonnier Albrecht Von Weech,​ sowohl in Aktion, wie auch im Interview während einer Probenpause, sowie Schauspieler Lutz Bembenneck, vor dem Hintergrund einiger meiner Bildcollagen, die ich aus historischem Bildmaterial und privaten Fotos aus dem Bruno Balz Archiv gestaltet habe.

Schön, dass das Schicksal von Bruno Balz, hier exemplarisch festgemacht an der Entstehungsgeschichte des Liedes “Ich weiß es wird einmal ein Wunder gescheh’n”,  nun auch dem NDR einen Bericht wert ist. Bedauerlich bleiben manche historischen und inhaltlichen Unkorrektheiten (s.o.)  und das Fehlen jeglicher Quellenangabe auf der entsprechenden Mediathek-Seite.




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