Da muss erst so ein böser kleiner Corona-Virus daher kommen, um mir an einem Tag wie heute vor Augen zu führen, wie privilegiert ich bin, mit meinem so vielseitigen Leben voller spannender kultureller Begebenheiten und bereichernden zwischenmenschlichen Begegnungen!

Exemplarische Momentaufnahme: Auf dem Foto überquere ich die Isar, die ihrem Namen als “die Reißende” heute alle Ehre machte.

Autor Roland Jerzewski mit Gaby dos Santos im Café Haidhausen

Zuvor genoss ich ein ausgiebiges Geschäftsessen mit unserem jourfixe-Mitglied, Autor Roland Jerzewski aus Berlin, bezüglich der weiteren Bewerbung seines aktuellen Buches >„Feder, Brezel, Pause, Klage, Firlefanz“ – In den literarischen Fußstapfen Walter Benjamins.

Das Werk des Philosophen Walter Benjamin begleitet Roland Jerzewski schon sein ganzes Berufsleben. Der Germanist promovierte dazu und thematisierte Benjamin später immer wieder im Deutsch-Unterricht. Das spiegelt sich im Buch wieder: Nach einer fesselnden, eigenwilligen Einleitung, die sich vor allem an die literaturwissenschaftliche und akademische Klientel Benjamins richtet, stellt Jerzewski Texte Benjamins Texten seiner Schüler gegenüber, die er ermutigt hatte, sich von dem großen Denker inspirieren zu lassen. Die faszinierenden Beiträge der Schüler sind in einem Zeitraum von 25 Jahren entstanden und spiegeln somit über zwei Jahrzehnte Zeitgeist aus der Perspektive junger Menschen wieder; eine ganz und gar außergewöhnliche Annäherung an Walter Benjamin, die sich Roland Jerzewski da hat einfallen lassen! Sein Buch war zur Präsentation auf der Leipziger Buchmesse vorgesehen, Lesungen, unter anderem bei unserem jourfixe-Mitglied Franz Klug, Geschäftsführer der historischen Buchhandlung Lentner am Marienplatz, waren eingeplant, doch dann funkte bekanntlich Corona dazwischen, und wir werden, in Absprache mit unserem jourfixe-Mitglied Elisabeth Simon, Simon Verlag für Bibliothekswissen, umdisponieren müssen.
Roland ist dennoch bald regelmäßig mit Lesungen aus diesem, im März 2020 erschienenen, Buch zu sehen, im Rahmen einer bunten Streaming- Reihe, die eine ehemalige Schülerin Rolands in ihrer Kreuzberger EDEKA-Filiale veranstaltet. Dass diese Schnittstelle zwischen Kultur und Kommerz, letzterer in seiner ursprünglichsten Form 😉, Sinn macht, zeigt sich allein schon an der Regelmässigkeit, mit der Rolands Buch dort, zwischen Zeitungen und Tabak, verkauft wird. Dazu in Kürze mehr auf der Homepage unserer Kulturplattform jourfixe-muenchen-ev.com

Mit Musiker und Wirt Konti im Innenhof des Café Haidhausen

Genießen konnte ich mein Treffen mit unserem Berliner Vereinsmitglied erstmals wieder im Innenhof meines “zweiten Wohnzimmers”, dem Café Haidhausen, das Wirt und Musiker Koti schon seit 29 Jahren in der Haidhauser Franziskaner Strasse führt, gleich um die Ecke vom Rosenheimer Platz. Gemeinsam planen wir einige Sommeraktionen, davon morgen mehr.

Für den Tag blieb ich beim Ressort “Literatur” und wollte daher noch unser jourfixe-Mitglied Franz Klug besuchen, Geschäftsführer der Buchhandlung Lentner im Rathaus, der ältesten Buchhandlung der Stadt (Eingang Weinstraße). Zwar traf ich ihn nicht an, doch stellte bei dieser Gelegenheit fest,  dass Hölderlin zur Zeit bei Lentner stark vertreten ist, für mich wichtig zu wissen in Bezug auf meine Recherche zu einer geplanten Themenreihe an der Schnittstelle zwischen Kunst und geistiger/psychischer Behinderung, gemeinsam mit dem Psychiater, Autor und Fotografen Dr. Peter Teuschel.

Morgen ist jedoch erstmal Brainstorming mit Wirt Konti im Café Haidhausen angesagt und für heute Abend nur noch Chill Out TV. Auch Kultur-Addicts wie ich begeben sich irgendwann, den Kopf noch voller Eindrücke, auf Rückzug in den Feierabend, nach so einem Tag dann garantiert OHNE noch eine Kultursendung im TV anzuwählen. 😴