Ziemlich angewidert verließ ich heute Mittag den Justizpalast, nach einer Verhandlung  von knapp 45 Minuten, in der sich gewissermaßen Mammon und die sogenannte “Freie Künstlerszene” gegenüber gestanden waren. Letztere bezeichne ich persönlich lieber als “vogelfreie Künstlerszene”, zu Recht, wie sich heute wieder einmal zeigte:

Münchner Justizpalast, heutige Innenansicht

Nachdem die Hausbesitzerin das Theater … und so fort, seit Jahrzehnten unter Herzblut-Leitung von Heiko Dietz, grob fahrlässig unter Wasser gesetzt (s. Titelmotiv)  und somit unbespielbar gemacht hatte, folgte nach monatelangem Hinhalten schließlich die Kündigung. Als “Ein Desaster in mehreren Akten” bezeichnet die Homepage des Theaters die Vorgänge.  Für den entstandenen Sachschaden und Verdienstausfall bietet die Beklagte  € 2.000,-: Ihr Anwalt begründete die beleidigend niedrige Summe dadurch, dass er die Lebensleistung eines der besten und engagiertesten Theatermacher Münchens auf angeblich längst zerschlissene Polster herunter rechnete.

Den vom Richter vorgeschlagenen Vergleich von  € 15.000  lehnte der Anwalt schlichtweg ab und ließ zudem durchblicken, mit einer Süffisanz, die über seine Rolle als gegnerischer Anwalt deutlich  hinaus ging, dass es – sinngemäß – hier um lächerliche Beträge ginge, die einen möglicherweise langwierigen Prozess nicht lohnten; den könne man ( respektive seine Mandantin, Frau Steuerberaterin Huber) aber durchaus aussitzen. Für Heiko Dietz jedoch geht es wohlbemerkt um seine Existenz und um die Fortführung seines Lebenswerkes! Vorausgesetzt, ihm geht finanziell und psychisch nicht vorher der Atem aus, worauf die Beklagte zu bauen scheint. Laut dem meinem heute ebenfalls anwesenden Künstlerkollegen und Dozenten Bruno Hetzendorfer wird nämlich das Anwesen rund um das ehemalige Kellertheater seit monaten munter rundum saniert. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt 😉

Es zeigt sich immer wieder: Wer sich jenseits des Staatsbetriebes zum Künstlerischen berufen fühlt, gibt sich damit zum allgemeinen Abschuss frei, seine/ihre Kunst inklusive, obgleich die doch so oft und gerne gedanken- und verständnislos von der Gesellschaft in bildungsbürgerlichen Posen konsumiert wird. Logisch, denn die Meriten dessen, was wir Künstler, unter Einsatz unseres ganzen Seins schaffen, sind rein ideeller Natur, wie heute Bruno Hetzendorfer treffend anmerkte. Und doch ist und bleibt es das Werk von uns Kunst- und Kulturschaffenden, auf das sich die menschliche Zivilisation stützt, seit unsere Vorkolleg*Innen die ersten Graffiti in steinzeitliche Höhlen meisselten.
Was die heutige Verhandlung betrifft, so erkannte der Richter schon einmal den Tatbestand der groben Fahrlässigkeit seitens der Beklagten an. Ansonsten: Fortsetzung folgt,  wie befürchtet.

Nächster Termin: 23.5., 14 Uhr.


Aus Solidarität mit Heiko waren wir Freund*Innen und Kolleg*Innen heute so zahlreich erschienen, dass wir deutlich das Besenkammerformat des Verhandlungsraumes sprengten.

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Nach wie vor sucht Heiko Dietz DRINGEND nach neuen Räumlichkeiten für das Theater … und so fort.
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Heiko Dietz – Raum für ein Theater in München gesucht:
(Keller)Raum oder Halle; Hintergründe und Details


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