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Nachlese zum 40. Nymphenburger Gespräch: Diskurskultur in Deutschland: Boykott der AfD? Mit Dr. Beatrice von Weizäcker und Dr. Liane Bednarz

Wie viel AfD verträgt unsere demoktratische Gesellschaftsordnung?
Und was ist höher zu werten? 

– Die Abgrenzung von einer Partei, deren rechter Flügel sich an der Kippe – oder bereits darüber – zum Extremismus befindet?
– Oder die Dialogbereitschaft, auch und insbesondere mit dem politischen Gegner, als wertvolles Gut und Säule unseres freiheitlichen Systems?

Mit diesr Frage setzen sich kürzlich, im Rahmen einer Debatte in der Evangelischen Stadtakademie München, zwei profilierte Publizistinnen auseinander:

Dr. Beatrice von Weizsäcker, Juristin, Journalistin und Autorin,
Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentags (Titelbild Mitte)

und

Dr. Liane Bednarz, Juristin und Publizistin, Hamburg,
Autorin von „Die Angstprediger. Wie rechte Christen Gesellschaft und Kirchen unterwandern“, 2018 (Titelbild links)

Anlass dazu bot ein Beschluss des Kirchentagspräsidiums für 2019,  auf Initiative von Beatrice von Weizsäcker und unter dem Vorsitz des renommierten Publizisten Hans Leyendecker (SZ), keine Repräsentanten der AfD auf Podien einzuladen. Zur Begründung heißt es: „Die AfD von heute ist nicht mehr die AfD von vor zwei oder vor fünf Jahren. Sie entwickelt sich rasend weiter nach rechts, die Radikalisierung der Partei schreitet voran“.

Gegen diese Entscheidung argumentierte Liane Bednarz, im Sinne der Aufrechterhaltung des Dialogs, als unverzichtbar (gerade) auch mit der AfD.

Das Fazit von Mit-Initiator Ralph Deja, der sich wie wenige in München für den interkulturellen und interreligiösen Dialog engagiert:”Die beiden Referentinnen Dr. Beatrice von Weizsäcker und Dr. Liane Bednarz trugen ihre unterschiedlichen Positionen gut begründet und gegenseitig wertschätzend vor. Am Ende ging es nicht darum, ob man überhaupt mit der AfD reden sollte, sondern ob der kommende Evangelische Kirchentag in Dortmund das geeignete Forum sei. Auch hier blieben die beiden bei ihren gegensätzlichen Meinungen. Aus der lebhaften und langen Diskussion konnte man eine überwiegende Unterstützung für die ablehnende Haltung heraushören.”

Für mich zeigt sich hier einmal mehr der Wert differenzierter Auseinandersetzungen zum Erhalt einer weltoffenen Gesellschaft. Den erforderlichen Rahmen bieten Initiativen wie die in diesem Fall veranstaltenden “Nymphenburger Gespräche”. Als PLATTFORM FÜR DIALOG  tragen sie zur Pflege der Gesprächskultur bei und leisten damit einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag, gerade angesichts der galoppierenden Verrohung und “twittermäßigen” Verknappung zwischenmenschlicher Kommunikation.,

Zu den Nymphenburger Gesprächen:
Die Nymphenburger Gespräche sind ein Zusammenschluss verschiedener Gruppen und Personen, die sich dem Ziel verpflichtet fühlen, als Impulsgeber des interkulturellen und interreligiösen Dialogs zu dienen:

 IDIZEM e.V.,
Freunde Abrahams e.V.,
Evangelische Stadtakademie München,
Pax Christi,
Interkulturelle Stelle der LH München
und Persönlichkeiten der LMU München.

Schirmherr der Nymphenburger Gespräche ist S.K.H. Herzog Franz von Bayern.

www.nymphenburger-gespraeche.de


Das Titelbild stammt, mit bestem Dank, von Ömer Akgül (Nymphenburger Gespräche)

By |2019-03-28T14:14:16+02:00März 28th, 2019|News|0 Comments

About the Author:

Gründerin (1999) und Leiterin der Kulturplattform jourfixe-muenchen, Bloggerin sowie Produzentin von "Historicals"/jourfixe-Collagen