Dass Tatjana Lukinas Kulturzentrum den Namen “MIR” trägt, russisch für Frieden, kommt nicht von ungefähr, denn Völkerverständigung durch Kunst- und Kultur bildete von Anfang an den Antrieb zum Lebenswerk dieser Künstlerin.

Tatjana Lukina Präsidentin MIR

Tatjana Lukina

Zu Recht, wie ich finde, denn Kunst und Kultur sprechen eine universelle Sprache, die sich direkt an die Menschen wendet, jenseits aller politischen Entscheidungen, an denen die meisten von uns sowieso keinen Anteil haben … Man mag Staatsoberhäuptern und Regierungen gegenüber stehen, wie man will, doch letztlich stellen diese nur eine Episode innerhalb der Geschichte dar, große Kunst hingegen ist für die Ewigkeit …

Was in diesem Zusammenhang die russische Kunst und Kultur anbelangt, so schöpft diese aus der Fülle eines weiten Landes, einer langen, wechselvollen Chronik und einer besonders gefühlvollen Volksseele, dank welcher selbst die großen russischen Intellektuellen ihre Gedanken mit Herzblut auf höchstem Niveau zu tränken scheinen. In Gefühl und Schönheit schwelgen, ohne in Pathos abzudriften, wer könnte das besser als unsere russischen Kolleg*Innen, die von gestern ebenso wie die zeitgenössischen Kunst- und Kulturschaffenden!

Szenische Miniaturen aus dem kulturellen Reichtum ihrer Heimat liefert Tatjana Lukina uns Münchner*Innen seit nunmehr !28 Jahren gewissermaßen frei Haus. Dabei begnügt sie sich nicht, fertige Produktionen einzukaufen. Vielmehr produziert die studierte Schauspielerin und Theaterwissenschaftlerin mit ihren  MIR-Künstlerinnen selbst unermüdlich literarisch-musikalische Soiréen, die das Lebenswerk und die Biografien russischer Künstler*Innen beleuchten.

Das Ausmass an schöpferischer UND organisatorischer Arbeit, die jede solcher selbst produzierten Veranstaltungen beinhaltet, verdient Respekt, Dank und Beifall – und zwar seitens von uns Münchner*Innen und der Münchner Presse, denn Anerkennung von offizieller Seite hat Tatjana Lukina im Verlauf ihrer Karriere schon einige erfahren: Der aktuelle “Freundschaftsorden” ist nur die letzte in einer Reihe von Auszeichnungen, die das Engagement von Tatjana Lukina als Gründerin und Präsidentin von MIR, dem Zentrum russischer Kultur in München würdigen, u.a. erhielt sie 2011 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Tatjana Lukina vor der Anmoderation einer ihrer literarische-musikalischen Soireen; Foto: Raisa Konovalowa

„Für Verdienste um die Stärkung der Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen den Völkern, fruchtbare Tätigkeit zur Annäherung und gegenseitigen Bereicherung der Kulturen der Nationen.“

lautet der Ukas des Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, zur Ehrung von Tatjana Lukina. Am 20. September 2019 überreichte ihr der Botschafter der Russischen Föderation in Deutschland, Sergej Netschajew, in den Räumlichkeiten des Russischen Hauses für Wissenschaft und Kultur in Berlin, den Freundschaftsorden.

Der Orden der Freundschaft oder auf Russisch Druschby (Орден Дружбы) ist eine staatliche Auszeichnung der Russischen Föderation, die hauptsächlich an ausländischer Bürger verliehen wird. 1994 durch Ukas des russischen Präsidenten gestiftet, wird sie an Personen verliehen, die maßgebliche  Beiträge zur Förderung der Freundschaft und Zusammenarbeit mit der Russischen Föderation auf den Gebieten der Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft und des Friedens geleistet haben.

Dieser Orden wurde unter anderen an folgende Personen in Deutschland verliehen:

Ulf Merbold, Raumfahrer, 1995
Nikolaus Knauf, Unternehmer und russischer Honorarkonsul, 2006
Peter Stein, Theaterregisseur, 2008
Michael Arndt, Erzbischof der Russisch-Orthodoxen Kirche im Ausland, 2008
Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, 2009
Martin Hoffmann, Vorstandsmitglied des Petersburger Dialogs, 2009
Ernst-Jörg von Studnitz, Vorsitzender Deutsch-Russisches Forum, deutscher Botschafter a.D. in Moskau, 2011
Matthias Platzeck, Vorstandsvorsitzender des Deutsch-Russischen Forums, 2017

Der Orden zeigt in seiner Mitte eine stilisierte Weltkugel, umgeben von einem Kranz von grünen Ölzweigen, eingefasst in einen fünfeckigen goldenen Stern. Auf der Rückseite steht die Inschrift „Мир и дружба“ („Frieden und Freundschaft“) sowie die Seriennummer des entsprechenden Ordens. Das Band des Ordens hat die Farben Hellblau und Grün.



Wer noch keine dieser atmosphärisch dichten MIR-Veranstaltungen kennengelernt hat und bei Lektüre neugierig geworden ist, bekommt gleich Samstag, 28.9., ab 14 Uhr, Gelegenheit, ein MIR-Festival im Gasteig zu besuchen, in das sich die Persönlichkeit Tatjana Lukinas wunderbar einfügen würde:

Die Geheimnisse der schönen Frauen – Russinnen in Bayern: Eine musikalisch-literarische Reise, russisches Kulturzentrum MIR im Gasteig >



Mehr zu MIR, dem Zentrum russischer Kultur und München und dem aktuellen Programm

> www.mir-ev.de