Gerade wollte ich, wie gewohnt, die Werbung wegzappen, da ließ mich eine vertraute Stimme aufhorchen und zum TV-Gerät blicken. Sah mir da vom Bildschirm tatsächlich mein hochgeschätzter, lieber Bühnenpartner aus dem Bruno-Balz Historical “Kann denn Liebe Sünde sein?“, Schauspieler Lutz Bembenneck, entgegen?

Tatsächlich folgte kurz darauf die Bestätigung von Lutz in der jourfixemuenchenev-Facebook-Gruppe: Einer ‘meiner’ Werbespots von Mediamarkt “Der 1979er Prospekt”, der zurzeit läuft. 

Einer 'meiner' Werbespots von Mediamarkt "Der 1979er Prospekt", der zurzeit läuft.

Gepostet von Lutz Bembenneck am Donnerstag, 29. August 2019

 

Für Schauspieler*Innen stellen solche Jobs in der Regel einen Glücksgriff dar, sichern sie doch die in diesem Metier stets unsicheren finanziellen Verhältnisse für ein Weilchen ab, vorausgesetzt, das Motto von Media Markt – “Geiz ist Geil” – bezieht sich nicht auch auf deren Honorare für Werbespots  😉

Manchmal allerdings entwickelt sich eine derart enge Bindung zwischen Produkt und Darsteller*In, dass diese anderweitig nicht mehr besetzt werden. Ein trauriges Beispiel, das ich persönlich eine Weile verfolgt habe, war  “Herr Kaiser” von der Frankfurt Mannheimer-Werbung. Jahrzehntelang dominierte er den Bildschirm als Werbegesicht der Versicherung, eine Präsenz, die ihn zwar finanziell absicherte, aber zugleich verhinderte, dass der leidenschaftliche Schauspieler seinem Beruf noch in anderen Rollen nachgehen konnte. Selbst in der (vogel)freien Münchner Theaterszene tat er sich schwer, in irgendeiner Form Fuß zu fassen. Für Vollblut-Bühnenkünstler wie er eine Tragödie. Denn sogar tolle Projekte mit ihm als Regisseur fanden keine Umsetzung, da man einen “Herrn Kaiser” künstlerisch mit Vorurteilen begegnete. Und als man ihn schließlich durch ene jüngere Version im TV ersetzte, war es für eine künstlerische Neuorientierung zu spät.

Aaaaaber wir wollen jetzt nicht die Schattenseiten herauf beschwören. Lieber Lutz, herzlichen Glückwunsch!