Einen roten Teppich für KOMPONISTINNEN! rollt musica femina münchen e.V. in einem Double Feature am Sonntag, 24. November 2019 aus:
Um 12 Uhr in der Black Box im Gasteig mit einem Konzert des Rainbow Sound Orchestra Munich (RSO-M), unter der Leitung von musica femina münchenMitglied Mary Ellen Kitchens,
sowie um 14.30 Uhr, gleich nebenan im Rio Filmpalast am Rosenheimer Platz, mit der mehrfach preisgekrönten Dokumentation KOMPONISTINNEN.

In dieser Kombination aus Mittagskonzert und Kinovorstellung bringen die Musiker*innen des RSO-M zwei der vier Komponistinnen zum Klingen, die Kyra Steckeweh und Tim van Beveren in ihrer vielbeachteten und preisgekrönten filmischen Spurensuche porträtieren:

Emilie Mayers und Mel Bonis 

Komponistinnen hatten es nicht nur in vergangenen Jahrhunderten schwer, sondern spielen auch heute noch im Konzertbetrieb eine untergeordnete Rolle. Teilweise existiert das Notenmaterial nur in Handschriften, aus denen erst praktische Ausgaben erstellt werden müssen. Der Musikwissenschaftler Tobias Fasshauer hat sich dieser mühsamen Detailarbeit angenommen und zwei der insgesamt acht Sinfonien Emilie Mayers für Aufführungen eingerichtet. Während er in der filmischen Dokumentation die 2. Sinfonie der Berliner Komponistin vorstellt, wird das RSO-M ihre 3. Sinfonie präsentieren, von der bislang keine Einspielung existiert.

Außergewöhnlich für eine Frau im 19. Jahrhundert, erhielt Emilie Mayer Unterstützung von einigen ihrer männlichen Kollegen und etablierte sich als eine feste Größe im Berliner Musikleben. Ihr Schaffen strahlte auch auf andere Städte aus, jedoch geriet sie nach ihrem Tod schnell in Vergessenheit.

Mélanie Bonis, um 1875; Quelle: Wikipedia

Dagegen zog sich Mel Bonis weitgehend ins Private zurück, nachdem sie zunächst Klavier spielen und am Pariser Conservatoire hatte studieren dürfen. Ihre Eltern arrangierten anschließend die Heirat mit einem wohlhabenden Witwer. Befreit von materiellen Sorgen widmete sich Mel Bonis der Musik. Allerdings blieb ihr die Ausübung der Kunst aufgrund ihres Geschlechts und gesellschaftlicher Konventionen verwehrt. Sie veröffentlichte viele Klavierstücke, änderte dabei jedoch, um aber nicht als Frau erkannt zu werden, ihren Vornamen von „Mélanie“ zu „Mel“. Ihr im Programm der Matinée vorgestelltes Werk „Les Gitanos“ existiert in Klavierfassungen, allerdings entfaltet sich besonders in der Orchesterfassung das spanische Kolorit in dieser gut dreiminütigen „Valse espagnole“.

Das Publikum erwartet im Gasteig nicht nur eine musikalisch ungewöhnliche, rund einstündige Matinee, sondern auch das Erleben der Werke aus einem ganz besonderen Blickwinkel: Das Orchester wird in der Saalmitte Platz nehmen und dem Publikum ein Konzert aus nächster Nähe und ungewohnter Hörperspektive bieten!

Sonntag, 24. November 2019
12:00 Uhr | Black Box
€ 10,– (Karten buchen über München Ticket)



Musik der beiden weiteren Komponistinnen, die ebenfalls in der Dokumentation am Nachmittag  vorgestellt werden, Fanny Hensel und Lili Boulanger, wird im Film zu hören sein.

Sonntag, 24. November 2019
14
:00 Uhr | Rio Filmpalast am Rosenheimer Platz
€ 9,50 –
(Karten bitte direkt beim Kino unter www.riopalast.de reservieren)

 


Rechte für s/w Komponistinnen-Collage in Titel-Collage und Plakat bei tvbmedia Berlin“.