Ein nachdrückliches Zeichen hinsichtlich der Forderung nach Gleichstellung von Frauen in der Musik setzt das Festkonzert „Starke Frauen“ in der Münchner Philharmonie, am 11.11./19 Uhr, aus Anlass von „100 Jahren Wahlrecht für Frauen“ mit dem Frauenorchester „Europamusicale“, unter der Leitung der estnischen Dirigentin Kristiina Poska (s. Titelbild) und mit Lauma Skride als Klaviersolistin. „Europamusicale“ steht in einer feministischen Traditionslinie: Vor mehr als hundert Jahren wurde bereits dazu aufgerufen, Frauenorchester zu gründen, da große Orchester keine Frauen einstellten, schreibt dazu die Neue Musikzeitung in der Ausg.: 11/2018: “Vom Ende der Unsichtbarkeit”

Lauma Skride, Klaviersolistin beim Festkonzert “Starke Frauen” in der Münchner Philharmonie, 11. November 2018


Starke Frauen in der Musik hat es immer gegeben, allen Widerständen zum Trotz, ergänzt der veranstaltende Müchener Konzertverein e.V. Als vor ca. 100 Jahren ernsthaft aufgerufen wurde Frauenorchester zu gründen, war es eine Verzweiflungstat, da Musikerinnen zwar in den Musikhochschulen ausgebildet wurden, aber die Orchester keine Frauen einstellten. Hundert Jahre später, 1997 brachen die Wiener Philharmoniker nach weltweitem Protest ihre Tradition als reiner Männerverein öffentlich aufzutreten. Ihre Frauenquote lag 2006 bei 0,86 %. Auch die Berliner Philharmoniker, die 1982 erstmals Madeleine Caruzzo als erste Geige aufnahmen, hatten ein Jahr später mit der Klarinettistin Sabine Meyer ihren Skandal im Kampf um die Geschlechtergleichheit. Ähnliche Formen der Diskriminierung fanden in fast allen hoch bezahlten Orchestern statt. 
Heute sieht die Situation für Frauen deutlich besser aus, aber von Gleichberechtigung kann noch lange keine Rede sein wie die Studie des Deutschen Kulturrats mit Unterstützung von Staatsministerin Prof. Monika Grütters aus dem Jahr 2016 dokumentiert. (MEHR)
Über die noch immer unbefriedigende Situation der Frauen in der Musikwelt habe ich schon des öfteren hingewiesen, u.a. in meinem Beitrag “Die feminine Saite”, in Kooperation mit dem Verein mfm musica femina münchen, der sich dem Andenken früherer und der Förderung aktueller Komponistinnen und Dirigentinnen widmet. Neben dieser Basisarbeit bietet ein Festkonzert wie “Starke Frauen” jene Art hochkarätiger Plattform in der breiten Öffentlichkeit, die für eine nachhaltige Förderung von “Frauen in der Musik” unverzichtbar ist:
So steht das Konzert unter Schirmherrschaft der deutschen Bundeskanzlerin und das Grußwort spricht die Bayer. Staatsministerin Kerstin Schreyer, MdL. Auch das Festkomitee ist glänzend besetzt, mit: Prof. Susanne Porsche (Vorsitzende), Prof. Dr. Dr. Ann-Kristin Achleitner, der bayerischen Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Prof. Dr. med. Marion Kiechle sowie Regine Sixt

Ergänzend zum Konzert interviewt W-Plan (ein Magazin der SZ) vor dem Konzert um 18.15 Uhr die Dirigentin Silvia Caduff, die erste GMD in Deutschland (Solingen).


Sonntag, 11. November 2018, 19 Uhr Philharmonie im Gasteig/München

“Starke Frauen” – Festkonzert anlässlich 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland, unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel
Europamusicale Frauenorchester
Lauma Skride, Klavier
Kristiina Poska, Leitung
Sofia Gubaidulina (*1931) „Märchenpoem“ („Fairytale Poem”) für Orchester (1971)
Clara Schumann (1819-1896)  Klavierkonzert Nr. 1 op. 7 a-Moll (1835)
Emilie Mayer (1812-1883)  Symphonie Nr. 5 f-Moll (1862)

Karten: € 30;– bis € 62;–
München Ticket
oder
www.konzert–verein.de


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