“Musiker auf Reisen”: Virtuelles Wohnzimmerkonzert barocker Musik mit Joel Frederiksen & dem Ensemble Phoenix Munich, 10.5./19 Uhr

Anlässlich seiner ersten CD-Produktion „Orpheus, I am“ gründete der Bassist Joel Frederiksen das Ensemble Phoenix Munich. Zu der Zeit war er bereits ein erfolgreicher Solosänger und wegen seines sonoren Basses in der Alten-Musik-Scene international gefragt. Schon bald nach seinem Studium in Michigan und New York trat er mit der Bosten Camerata und Waverley Consort auf und gründete sein erstes eigenes Ensemble „L’Antica Muscia“, mit dem er in ganz Amerika tourte. Parallel dazu führte ihn seine Solokarriere zu den etablierten Festivals der USA, nach Asien und Australien. Nach seinem erfolgreichen Debüt bei den Salzburger Festspielen in „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagony“ 1998, machte er München zu seinem Lebensmittelpunkt. Von hier aus arbeitete er zusammen mit namhaften Größen der Szene, darunter Jordi Savall, Paul van Nevel, Stephen Stubbs, Paul O’Dette und ihren Spezialensembles für historische Aufführungspraxis. Daneben verlor er sein Spezialgebiet, das Lautenlied der Renaissance und des Frühbarock, nicht aus den Augen. Die Gründung von Ensemble Phoenix Munich (2003) bot Frederiksen die Möglichkeit, unterschiedliche Programmkonzepte zu realisieren. Seit 2007 präsentiert er mit seinem Ensemble eine eigene Konzertreihe im Bayerischen Nationalmuseum (Mars-Venus-Saal) in München. Markenzeichen dieser Konzerte sind neuartige und originelle Kombinationen von Werken, die sich auf sorgfältige Quellenforschung stützen. Sie benutzen Faksimiles der Originalquellen, spielen auf historischen Instrumenten bzw. deren Nachbauten, mit entsprechender Stimmung der Länder und Epochen und halten Kontakt zur aktuellen Forschung für historische Interpretation. Für einzelne Programme werden Spezialisten aus dem jeweiligen Heimatland eingebunden, darunter Hille und Marthe Perl, Dame Emma Kirkby, Rebal Alkodari (Ensemble Saraband), Bernd Oliver Fröhlich oder Andrés Silva. Das Repertoire reicht von Musik aus Renaissance und Barock (ca. 1500-1650) bis zur frühen Musik Amerikas (ca. 1800-1900), mit Ausflügen in den Minnesang (Oswald von Wolkenstein, 14./15. Jhd.) und Beauftragung von zeitgenössischen Werken für das Ensemble. Die Besetzung variiert von Soloauftritten (Orpheus, I am) bis hin zu einer Ensemblestärke von acht bis zehn Musikerinnen und Musikern. Seit Bestehen von Ensemble Phoenix Munich sind acht CDs bei deutsche harmonia mundi und SONY Music (Exklusivkünstler) erschienen, die meisten davon preisgekrönt, u.a. mit dem Echo Klassik, dem Preis der deutschen Schallplattenkritik oder dem Orphée d’Or. Ihre Gastauftritte und Tourneen nach Amerika, Kanada, Vietnam und innerhalb Europas zu internationalen Festivals (Innsbrucker Festwochen, Festwochen der Alten Musik Brügge, Tage Alter Musik in Herne u.a.) werden von der Presse und dem Publikum mit höchstem Lob bedacht.