Ein Stück Russland nach Bayern bringen – mit dieser Vision gründete Tatjana Lukina 1991 den Verein „MIR“, das Zentrum für russische Kultur in München. Die Einrichtung, deren Name übersetzt „Frieden“ bedeutet, wurde in der Landeshauptstadt schnell zum Treffpunkt für Völkerverständigung zwischen russischer und deutscher Kultur, ein Ort der Begegnung und des Austauschs. vermeldet die Rathaus Umschau 19 / 2020, veröffentlicht am 29.01.2020.

Für ihr kulturelles Engagement und ihre Verdienste um die Völkerverständigung ist Tatjana Lukina nun mit der Medaille „München leuchtet – Den Freundinnen und Freunden Münchens“ in Silber ausgezeichnet worden. Bürgermeister Manuel Pretzl überreichte ihr die Auszeichnung im Rathaus. „Tatjana Lukina hat durch ihr kulturelles Engagement viel für die Integrationsarbeit geleistet“, würdigte der Bürgermeister die Preisträgerin. Die bedankte sich dafür, dass ihr Schicksal sie nach München geführt habe, „in die Stadt mit Herz.“

Das Foto (Rathaus Umschau) zeigt Tatjana Lukina mit Bürgermeister Manfred Pretzl (CSU) während der Preisverleihung im Münchner Rathaus

Die gebürtige Ukrainerin Tatjana Lukina, die in Russland, genauer gesagt im heutigen St. Petersburg aufwuchs, besuchte dort neben der Journalistik- auch eine Schauspielschule. Mit der Organisation der „Russischen Theatertage“ begann sie 1985 ihr kulturelles Engagement in München. Nach der Gründung des Kulturvereins „MIR“ folgten in den Jahrzehnten danach zahlreiche Veranstaltungen und Projekte im Bereich Poesie, Literatur, Theater und Musik. Dazu zählen unter anderem die Kinder-Kunstakademie, ein Männerchor oder das Choreographiestudio mit einem Ensemble für russischen Volkstanz.

Um an die Schrecken und Folgen der beiden Weltkriege zu erinnern, lädt Tatjana Lukina in Kooperation mit der Weiße Rose Stiftung regelmäßig zu Gedenkveranstaltungen (unter anderem im Alten Rathaussaal) ein. Darüber hinaus pflegt sie die Erinnerungskultur mit einem Sammelband „Russische Spuren in Bayern“ sowie im Rahmen von Events mit Bezug zu Geburts- und Todestagen berühmter russischer Dichter. Auch der zweisprachige literarische Kalender, den sie alljährlich herausgibt, unterstreicht die wertvolle Arbeit ihres rund 200 Mitglieder zählenden Kulturvereins.

Bei der Auszeichnung waren Familie und Freunde der Preisträgerin anwesend sowie die 1. Vorsitzende der Weiße Rose Stiftung, Dr. Hildegard Kronawitter (s. Titelbild), und SPD-Stadtrat Christian Vorländer (s. Titelbild links außen).

Text: Die Rathaus Umschau, ist ein Service der Landeshauptstadt München.

Liebe Tatjana,

im Namen aller jourfixe-Künstlerinnen und Künstler herzlichen Glückwunsch für diese mehr als verdiente Auszeichnung! Nur wer sich selbst der kulturellen Ausbeutung verschrieben hat, vermag Deine bisherige Lebensleistung wirklich zu würdigen. Danke auch privat dafür, dass ich durch Deine Augen so viele neue Facetten russischer Kultur kennen lernen durfte, berühmte Künstler*Innen, lebende wie tote, wahnsinnige Genies, Geheimtipps und über allem die typisch russische Fähigkeit zum künstlerisch gekonnten Ausdruck ganz großer Gefühle. Als “typisch russisch” empfinde ich auch die Herzlichkeit, mit der Du – allen voran – aber ebenso die anderen Künstler*Innen von MIR – Deinem Zentrum russischer Kultur in München – uns Münchner Kunst- und Kulturschaffende bei Euren Soirées empfangt, gemäß Deiner Überzeugung, dass Kunst und Kultur die wahren Brückenbauer zwischen den Nationen sind – Auch das hat sich durch die Verleihung der Medaille “München leuchtet” an Dich, die Du Dein MIR über die Jahre durch unterschiedlichste Wetterlagen gesteuert hast, auf wunderbare Weise nun bestätigt.
Alles Liebe, Deine Gaby dos Santos 

 

Nachdem sie bereits 2011 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhielt, darf sich unser jourfixe-Mitglied Tatjana Lukina nun an weiteren Ehrungen erfreuen:

Erst vor vier Monaten wurde sie von der Russischen Föderation mit dem “Orden der Freundschaft” ausgezeichnet >

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Mehr zu MIR, dem Zentrum russischer Kultur und München und dem aktuellen Programm

> www.mir-ev.de

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