Die Spur der verbrannten Bücher von 1933 nimmt der Münchner Künstler & Aktivist Wolfram Kastner auch in diesem Jahr wieder auf, mit seiner traditionellen Brandfleck-Performance (s. Fotos) und der Unterstützung vieler MünchnerInnen, die aus den Werken jener AutorInnen lesen werden, die in einer deutschlandweiten Aktion, am 10. Mai 1933 von den Nazis und deren Sympathisanten verbrannt wurden. Der Aktion wider den undeutschen Geist, initiiert von der Deutschen Studentenschaft, fiel ein Best-of der damaligen deutschen Literatur  zum Opfer, Bücher von Bertolt Brecht, Elisabeth Castonier, Heinrich Heine, Mascha Kaleko, Heinrich und Thomas Mann, Anna Seghers, Stefan Zweig und vieler anderen > LISTE

In der diesjährigen Einladung schreibt Wolfram P. Kastner, im Zeichen von Corona:

Seit 1995 erinnern wir mit einem Brandfleck und einer Lesung aus verbrannten Büchern einerseits an diese Schandtat und andererseits an die AutorInnen, die verfolgt, vertrieben oder ermordet wurden. Wegen der aktuellen amtlichen Infektionsschutzverordnungen ist die Lesung in der bisherigen Form mit vielen Beteiligten leider nicht möglich.

Wir werden aber dennoch erinnern, weil die Geschichte nicht vergangen und es aus vielen Gründen notwendig ist, diese Literatur ins kulturelle Gedächtnis dieser Stadt und dieses Landes zurückzuholen.

 

Am 10. Mai 2020, um 10 Uhr, werden die Künstler Wolfram P. Kastner und Martin Mohr
die Brandspur der Bücherverbrennung von 1933 im Rasen des Königsplatzes sichtbar machen.

Auf der neuen website, unter
https://lesungausverbranntenbuechern.de/wordpress/lesung-2020/
werden Videoaufnahmen von 5minütigen Lesungen aus verbrannten Büchern zu sehen und zu hören sein.

“Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher / verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen,”

äußerte schon Heinrich Heine, beinahe prophetisch, denn sein Werk fiel auch den NS-Scheiterhaufen zum Opfer. Jedoch handelt es sich bei Bücherverbrennungen nicht um eine perfide, aber auf das Dritte Reich beschränkte Maßnahme. Vielmehr begleiten sie die Menschheitsgeschichte schon sehr lange und die Gefahr einer Wiederholung bleibt bestehen. Umso wichtiger finde ich es, dass Wolfram Kastner seit !25 Jahren unermüdlich mit seiner Gedenk-Aktion dafür Sorge trägt, “dass kein Grass über die Sache wächst, auf dass sich solcherart Vergehen an geistigem Gut und an der Meinungsfreiheit nie wiederholen möge. Schon gar nicht in Deutschland und erst recht nicht in München, als ehemaliger Hauptstadt der NS-Bewegung!

Mehr zur Geschichte der > Bücherverbrennungen

An der Veranstaltung beteiligt sich in diesem Jahr erstmals auch unser jourfixe-Mitglied Gunna Wendt die als Schriftstellerin natürlich besonders Anteil an der Thematik nimmt. Ebenfalls aus den jourfixe-Reihen und oft künstlerische Begleiterin der Aktionen von Wolfram Kastner ist die Musikerin, Texterin und Komponistin Michaela Dietl, die sich in diesem Jahr ebenfalls unter den Lesenden findet. Auch Robert “Landy” Landinger ist in die Aktion eingebunden: Er zeichnet verantwortlich für die neue Homepage:

> lesungausverbranntenbuechern.de

 

 


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