Die vielseitige Künstlerin verstand sich selbst vor allem als Volkssängerin. Auf der Bühne fluchte und rauchte sie, soff und galt als Ikone des lesbischen Berlins der Weimarer Republik. Berühmt machte sie ihr frecher Gesangsstil, mit einer ordentlichen Prise Gassenhauer-Jargon.

Ein köstliches Beispiel aus ihrem Repertoire ist nachstehendes “Hannelore”-Chanson, in dem sich “Hannelore,  schönstes Kind vom Hall’schen Tore” so einige Unartigkeiten genehmigt. Eine Ode einmal anders also, die ich in mein Bruno-Balz-Historical Kann denn Liebe Sünde sein? eingebaut habe. Denn an Claire Waldoffs Stammtisch im damals legendären Künstlertreff “Groschenkeller” sind Textdichter Bruno Balz und Komponist Michael Jary einander zum ersten Mal begegnet.

 

Geboren wurde Claire Waldoff am 21. Oktober 1884 in Gelsenkirchen als Clara Wortmann und brillierte als  deutsche Interpretin der Kleinkunst in verschiedenen Genres.

Ihr Repertoire war breit gefächert. Besonders erfolgreich wurde sie mit Darbietungen von Chansons, gesungen im Berliner Dialekt. Ihre wohl berühmtesten Lieder sind Wer schmeißt denn da mit Lehm, Nach meene Beene is ja janz Berlin verrückt und Hermann heeßta.  Sie trat in Revuen und Operetten auf, sang ebenso Soldatenlieder wie auch Volksweisen.

Claire Waldoff bot Lieder von etwa 15 Komponisten und 25 Liedtextern dar, am häufigsten von Walter Kollo und Willi KolloRudolf NelsonClaus Clauberg,Eduard KünnekeHans MayHarry Senger und Kurt Tucholsky. (…) 

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