Vor  77 Jahren, am 13. März 1943, veranlasste die Münchner Polizei die Deportation von 130 Sinti und Roma aus München und Umgebung in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.

Am 8. März 1943 begannen in München die Verhaftungen ganzer Familien. Bis heute ist die Zahl der ermordeten Kinder, Frauen und Männer nicht exakt zu bestimmen; der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma geht von etwa 500 000 Menschen aus, die den Mordaktionen und den grausamen Bedingungen in den Konzentrationslagern zum Opfer fielen. Nach Kriegsende setzten sich die Diskriminierung und Kriminalisierung der Angehörigen dieser Minderheit in Behörden, Schulen und Institutionen fort. Die wenigen überlebenden Sinti und Roma erfuhren oft keine Anerkennung als Opfer nationalsozialistischer Verfolgung, vielen von ihnen wurden Entschädigungsleistungen verweigert. Die Täter hingegen konnten in den allermeisten Fällen ihre Karrieren ungebrochen weiterführen. Auch heute noch sehen sich Sinti und Roma mit zahlreichen Vorurteilen konfrontiert.

ABGESAGT: Die Landeshauptstadt München ehrt die Opfer dieses Völkermords mit einem Gedenktag am 13. März:

am Platz der Opfer des Nationalsozialismus

ABGESAGT: 14.00 Uhr

Grußwort Oberbürgermeister Dieter Reiter
Grußwort Erich Schneeberger, Verband deutscher Sinti und Roma Landesverband Bayern e.V.

Einführung, Alexander Diepold, Madhouse gemeinnützige GmbH

14.20 Uhr

Kranzniederlegung an der Ewigen Flamme durch
Oberbürgermeister Dieter Reiter, Erich Schneeberger und Alexander Diepold

Schreiten zum Gedenkstein für die Sinti und Roma am Platz der Opfer des Nationalsozialismus
durch Oberbürgermeister Dieter Reiter, Erich Schneeberger und Alexander Diepold

14.30 Uhr

Namenlesung der aus München deportierten Sinti und Roma durch
Tanja Kaikoni, Dayana Michel, Schülerinnen und Schüler des Luisengymnasiums München

Ökumenisches Gebet mit
Stadtdekanin Barbara Kittelberger,
Ivica Viskovic, Seelsorge für Ethnische Minderheiten der Erzdiözese München und Freising,
Erzpriester Apostolos Malamoussis,
Alexander Diepold, Madhouse gemeinnützige GmbH

 

Im NS-Dokumentationszentrum München:

ABGESAGT: 19 Uhr

Fortsetzung der Gedenkveranstaltung im Auditorium des > NS-Dokumentationszentrums München

Im Zentrum der diesjährigen Veranstaltung steht das Thema Umgang mit Antiziganismus aus historischer Perspektive bis in die Gegenwart.

Mirjam Zadoff (NS-Dokumentationszentrum München), Stadtrat Marian Offman, SPD,  (in Vertretung des Oberbürgermeisters) und Erich Schneeberger (Verband Deutscher Sinti und Roma Landesverband Bayern) sprechen Grußworte. Der Politikwissenschaftler Markus End hält den Gastvortrag und die Musikgruppe Sandor Lehmann & Friends sorgt für die musikalische Umrahmung des Abends. > Mehr auf der Homepage des NS-Dokumentationszentrums

Der Gedenktag wird von einer Arbeitsgruppe konzipiert, der das Kulturreferat der LHM, das Stadtarchiv München, NS-Dokumentationszentrum, die Fachstelle für Demokratie, Drom Sinti und Roma, Stattreisen e.V., die KZ-Gedenkstätte Dachau, die Lagergemeinschaft Dachau, Madhouse gemeinnützige GmbH, der Verband Deutscher Sinti und Roma Landesverband Bayern e.V., das Polizeipräsidium München und die Seelsorge für Ethnische Minderheiten der Erzdiözese München und Freising angehören.




Das Titelbild zeigt ein Foto, vermutlich um 1934, des kleinen Josef Maria Schneck, 1930 – 1944




Mehr zum Thema findet sich auch in  jourfixe-Blogbeiträgen:

Gedenkgottesdienst für die in der NS–Zeit ermordeten Sinti & Roma
Zum 75. Jahrestag der ersten Deportation von Sinti & Roma aus München, am 13.03.1943,
eine Veranstaltungsreihe vom 08. bis 19.03.2018

Auf der Homepage des BR findet sich eine ausführliche Übersicht mit zahlreichen Illustrationen
Zur Geschichte der Sinti und Roma: Der lange Weg von Indien nach Deutschland”