“… manchmal beschleicht mich eine große Sorge vor den Eiferern in unserem Land. Vor den Eiferern von Rechts, aber auch von Links (…)”

schreibt Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, in seiner Einleitung zum kulturpolitischen Wochenreport (34. KW). Es folgen Überlegungen, die auch mir zunehmend zu schaffen machen, und die ich mir daher gestatte, nachstehend zu veröffentlichen und gerne auch zur Diskussion zu stellen:

Genau so empfinde ich auch und das, obwohl ich mich eher dem linken Ende unseres sowieso linken Mainstreams zuordnen würde. Meine politische Positionierung verstehe ich jedoch nicht als statisches Glaubensbekenntnis, sondern als tendenzielle Einstellung, die ich immer wieder neu, im Kontext politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen hinterfrage und für mich angleiche. Demokratische Teilhabe erfordert meiner Meinung nach die persönliche, kontinuierliche und differenzierte Auseinandersetzung mit dem Tagesgeschehen ebenso, wie die Möglichkeit zu einem diesbezüglich unaufgeregten Meinungsaustausch, auch und gerade mit Andersdenkenden, selbst wenn davon gelegentlich Heilige Kühe des politischen Zeitgeists berührt sein sollten. Muss denn die Tatsache, dass unser Land inzwischen politisch gespalten ist, dazu führen, dass auch noch jegliche Diskussionskultur  verloren geht? Und damit die Meinungsfreiheit langsam aber sicher hinterher? Sind es nicht gerade wir selbsternannten Hüter*Innen wahrer politischer Werte und Menschenrechte, die Andersdenkende veranlassen, sich jenen extremen politischen Lagern anzuschließen, in denen man wohl mal sagen darf …?
(Gaby dos Santos)


Der Deutsche Kulturrat e.V. ist der Spitzenverband der Bundeskulturverbände. Er ist der Ansprechpartner der Politik und Verwaltung des Bundes, der Länder und der Europäischen Union in allen die einzelnen Sparten (Sektionen) des Deutschen Kulturrates übergreifenden kulturpolitischen Angelegenheiten. Ziel des Deutschen Kulturrates ist es, kulturpolitische Diskussion auf allen politischen Ebenen anzuregen und für Kunst-, Publikations- und Informationsfreiheit einzutreten.

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