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Mit Beginn der Schönwetter-Saison, bis in den Herbst hinein, lädt jourfixe-Mitglied Florian Scheungraber zu seinen spannenden Führungen über den Alten Südlichen Friedhof in München: “Eindrucksvolle, kuriose und bewundernswerte Menschen der vergangenen Epochen Münchens haben hier ihre letzte Ruhe gefunden. Ihre Biografien und Werke prägen bis heute das Stadtbild und – nicht zuletzt – auch das einzigartige Lebensgefühl dieser Stadt …”

Bild-Collage von Gaby dos Santos aus ihrer städtischen Auftragsproduktion 450 Jahre Alter Südlicher Friedhof in München

 

Die Route “Mauer rechts”:

führt entlang der rechten Friedhofsmauer, parallel zur heutigen Pestalozzistraße, der ehemaligen Straße von Thalkirchen. Florian Scheungraber bietet in nachstehendem Text eine Vorschau der Münchner Persönlichkeiten, die auf die Besucher*Innen warten:

Allein entlang dieses Weges existieren 181 Grablagen von Malern, Fotografen, Baulöwen, Bildhauern, Erfindern, Musikern und vielen mehr , die das München, wie wir es kennen, gestaltet haben. Wir begegnen beispielsweise gleich zu Anfang Roman Anton Boos, dem churfürstlichen Staduarius. Er schimpfte damals, 1773: “Zweimal in Schnee und Kelten herumgelaufen, hab 2 Kleider zu Fetzen zerrißn, ohne den verdienten Lohn erhalten zu haben, 40 Jahre bin ich alt, bis 50 probiert man mich, hernach würdte es heißen, er ist zu alt”. Man sieht, die Zeiten haben sich nicht geändert. 😉

Anton Höchl, dem Baulöwen. Mit über 300 Mann erschuf er das Leuchtenberg-Palais (Architekt, Leo von Klenze) mit seinen 253 Zimmern, dem heutigen Sitz des Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat.

Dem Lithographen und Fotografen, Franz Hanfstaengl und seinem Sohn, Edgar Hanfstaengl, dem eine heiße Affäre mit Sophie in Bayern, der Schwester von “Sissi”, der österreichischen Kaiserin, nachgesagt wird.

Ritter Arnold von Zenetti, Oberbaurat sowie Ritter Ferdinand von Miller, dem Kgl. Erzgießer und seinen Erlebnissen.

Dem Maler Eduard Schleich d. Ä. und was es damit auf sich hat, mit dem Älteren.

Der 1. Veranstaltungsmanager der Wies`n, Andreas Michael von Dall´Armi wird ebenfalls eine der Stationen sein. Außer diesem Bankierssohn geht es noch zu anderen Bankiersfamilien und Spekulanten, wie den Freiherrn von Eichthal, dem Johann Ulrich Himbsel, der ein “Gutes Näschen” bezüglich des Starnberger Sees hatte.

In diesem Zusammenhang darf die Geschichte der berühmt berüchtigten Adele Spitzeder natürlich nicht fehlen.

Joseph von FraunhoferGeorg Friedrich von Reichenbach und Stadtbaurat Franz Karl Muffat sind ebenfalls mit von der Partie. 

Ritter Joseph Anton von Maffei, mit seiner, in einem Brief an den König festgehaltenen Hochrechnung bezüglich der Bezahlung einer Lokomotive, zeigt welchen Witz und Humor dieser Pionier hatte. 

Dafür steht ebenso Martinus Schleich (Pseudonym M. E. Bertram), dem Herausgeber des Satireblatts “Münchner Punsch”.


Die ausführliche Liste der Gräber entlang dieses Spaziergangs findet sich unter
Historie – Persönlichkeiten -> “Mauer Rechts”


Eingangstor/Stephanskirche

Treffpunkt bei allen Führungen:
Der Friendhofs-Eingang neben der Stephanskirche
Start ist jeweils um 14:00 Uhr


Unkostenbeitrag:
2 Std. inkl. Besuch im Lapidarium und Filmvorführung:_
pro Person 13,50 €
Kinder unter 14 Jahren frei
> ZUR ANMELDUNG

Zu Gruppen- und Themenführungen > LINK



Die markante Friedhofsmauer; Bild-Collage von Gaby dos Santos aus ihrer Produktion 2013:  450 Jahre Alter Südlicher Friedhof in München

Zur Chronik des Friedhofs
Der Alte Südliche Friedhof in München begann seine Laufbahn durch die Jahrhunderte vor 450 Jahren als Pesthof vor den Toren der Stadt. Lange Zeit war er der Zentralfriedhof Münchens, bis am 8. November 1898 die Schließung des Südlichen Friedhofs bis späterstens 30. Juni 1924 angeordnet wurde. Nach heftigen Protesten der Münchener Bürger wurde dies verschoben. Am 31. Dezember 1943 wurde schließlich der Alte Südliche Friedhof für Bestattungen gesperrt. Im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört, wurden die Gräber teilweise wieder rekonstruiert und der Friedhof unter Denkmalschutz gestellt; in den 80er Jahren auch unter Naturschutz, da seine hohen Mauern für ein einzigartiges Mikro-Klima und Biotop mitten in der Stadt sorgen, in dem sich seltene Pflanzen und Tiere niedergelassen haben. Dennoch bleibt das Areal – und diese Tatsache liegt Florian Scheungraber sehr am Herzen – ein Friedhof und kein Park!

Zum 450. Jubiläum im Juli 2013 betrauten die Städtischen Friedhöfe München unsere Kulturplattform jourfixe-muenchen mit der Produktion eines Historicals zur Chronik dieses Friedhofs. Dieser Zeitpunkt markierte auch den Beginn unserer Zusammenarbeit mit Florian Scheungraber.

Steinmetz u. Heimatforscher Florian Scheungraber kennt auf “seinem” Alten Südlichen Friedhof gefühlt jeden Stein …

 

> MEHR ZUR HISTORIE des Alten Südlichen Friedhofs.

Die >  Zeitchronik vermittelt eine Übersicht der einzelnen Epochen
Der > Übersichtsplan ermöglicht es, bestimmte Gräber zu finden.


Titelbild: Florian Scheungraber während einer Führung am Grab des Malers Carl Spitzweg, fotografiert von Gaby dos Santos