Lena Christ hat sich selbst erfunden und wieder ausgelöscht, ihr Ende inszeniert als Freitod einer großen Tragödin. Jedes Detail – vom Ort des Todes über die Trauerkleider ihrer Töchter bis hin zum genauen zeitlichen Ablauf – hatte sie vorher geplant. In ihrem Testament gibt sie genaue Anweisungen, wie mit ihrem schriftstellerischen Nachlass zu verfahren sei. Die Menschen, die sie sich als Begleiter gewählt hatte, akzeptierten die Rolle, die ihnen die Regisseurin und Protagonistin zugewiesen hatte. Sie halfen ihr, den letzten Akt der Selbstinszenierung – die Selbstvernichtung – zu realisieren. Auf ihrem Grab ist der 31.6.20 als Todesdatum angegeben – ein Tag, den es gar nicht gibt.  (…)

fassen Schriftstellerin Gunna Wendt/das Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek, den tragischen Selbstmord der bayerischen Schriftstellerin Lena Christ zusammen.

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Die in München lebende Schriftstellerin Gunna Wendt (Schwabinger Kunstpreis 2017) gilt als ausgewiesene Expertin, seit sie 2012 ihre Lena Christ Biografie “Die Glücksucherin” – Ein Frauenschicksal zur Zeit der Jahrhundertwende herausbrachte. Die Tatsache, dass Wendt Soziologie und Psychologie studiert hat, ermöglicht ihr die Annäherung an ihre Figuren auf vielschichtigen Ebenen. Jetzt widmete SZ-online Gunna Wendt ein ausführliches Interview, in dem die Schriftstellerin die problematische Stellung der Frauen um 1900 herausstellt, exemplarisch festgemacht am Schicksal der Lena Christ.

> Vom Mut, sich selbst zu erfinden
Interview mit Lena Christ Biografin Gunna Wendt;  SZ-online, 19.6.2020

 

“Vom Mut, sich selbst zu erfinden”, SZ-online, 19.6.2020



Am Samstag, 27. Juni 2020 widmet Gunna Wendt ihrer historischen Kollegin Lena Christ einen Thementag,
in Kooperation mit dem Meta Theater in Moosach und dem Heimatverein Glonn

 

Samstag 27. Juni 2020, 14.00 – 16.30 Uhr

AUF DEN SPUREN VON LENA CHRIST / GEFÜHRTER SPAZIERGANG MIT GUNNA WENDT UND HANS OBERMAIR
Treffpunkt Heimatmuseum (Alte Mädchenschule) Klosterweg 7, 85625 Glonn,
kostenfreie Teilnahme, es wird um Spenden gebeten
Meta Theater: info@meta-theater.com oder Tel. 08091-3514
in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Glonn, Frau Jutta Gräf Tel. 08093-9097

Samstag 27. Juni 2020, 20.00 Uhr

LENA CHRIST DIE GLÜCKSSUCHERIN / LESUNG MIT GUNNA WENDT
Leidenschaftlich und radikal ging Lena Christ (1881-1920) ihren Weg. “Gleich frisch drauf los und mitten hinein ins Glück!“ war das Lebensmotto ihrer Romanfigur „Rumplhanni“. Das Glück war der Schriftstellerin stets einen Schritt voraus, dennoch fand sie immer wieder den Mut, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Als uneheliche Tochter einer Köchin aus dem bayerischen Dorf Glonn war sie den brutalen Demütigungen ihrer Mutter ausgesetzt. Doch schließlich schrieb sich die 31-Jährige frei: Ihre 1912 publizierten „Erinnerungen einer Überflüssigen“ bildeten den Auftakt zu einer außergewöhnlichen Karriere.

Hundert Jahre später zeichnet Gunna Wendt das Porträt einer leidenschaftlich Suchenden, deren Mut und Unnachgiebigkeit bis heute beeindrucken. Gunna Wendt schrieb zahlreiche erfolgreiche Biografien, u.a. über Liesl Karlstadt, Franziska zu Reventlow, Paula Modersohn-Becker, Maria Callas, Maria Pawlowna, Erika Mann und Therese Giehse. Für das Münchner Literaturarchiv kuratierte sie die Lena Christ-Ausstellung „Die Glückssucherin“.

Info, Anfahrt und Eintrittskarten über www.meta-theater.com

Mehr zu jourfixe-Mitglied > Gunna Wendt, Schriftstellerin/Biografin und Ausstellungsmacherin

jourfixe-Mitglied GUNNA WENDT, Schriftstellerin/Biografin und Ausstellungsmacherin, fotografiert von Dirk Schiff / portraitiert.de


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