“50 JAHRE STONEWALL – CELEBRATE DIVERSITY! FIGHT FOR EQUALITY!”

lautet in diesem historischen Jahr das Motto von “Pride Week”/CSD in München, der nunmehr schon im 40. Jahr an den Christopher Street Day erinnert, an jenen Aufstand in New York, bei dem sich 1969 Homosexuelle und Transsexuelle erstmals willkürlichen Polizei-Razzien in der Bar Stonewall-Inn widersetzten. In München hat sich der CSD zu einem Veranstaltungshöhepunkt der LGBT-Community entwickelt und steht unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters, begleitet von einer ganzen Reihe liebevoller Details im Stadtbild, wie den queeren Ampel-Männchen.

Sogar der Tierpark Hellabrunn bietet mit der > Sonderführung “Homosexualität im Tierreich” einen Beitrag zur Pride Week; am 8.7. um 18 Uhr und an weiteren Terminen. Hier hat die Biologin Franziska Baur gleichgeschlechtliches Verhalten schon beobachtet. In dieser Woche gibt sie eine der drei Sonderführungen zum Thema. “Ich würde Tiere aber niemals als schwul oder lesbisch, bezeichnen”, sagt die Mitarbeiterin des Tierparks. Denn diese Begriffe seien vom Menschen geprägt und damit oft auch kulturell, religiös oder mit Vorurteilen behaftet. “Meistens sind Tiere bisexuell”, sagt die 32-Jährige. (…SZ, 7.7 > Pauline Stahl: “Pride Week im Tierpark Hellabrunn“)

Freizeit in München Homosexualität

  Biologin Franziska Baur im Tierpark Hellabrunn; Foto: Stephan Rumpf

Auch die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) beflaggt ihre Busse und Trambahnen zum Christopher Street Day (CSD) und während der Pride Week vom 6. bis 14. Juli 2019 mit Regenbogen-Fähnchen. Gemeinsam mit den Stadtwerken München (SWM) setzt die MVG damit 50 Jahre nach dem Stonewall-Aufstand ein Zeichen für Akzeptanz und Gleichberechtigung. Vielfalt ist für die SWM und die MVG selbstverständlich. Allein für die MVG arbeiten mehr als 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus mehr als 50 Nationen mit ganz unterschiedlichen Lebensentwürfen, religiösen Anschauungen und sexuellen Orientierungen. (… > MEHR)

München fährt bunt”, schreibt dazu Bernd Müller im Münchner Szenemagazin “Leo” und titelt “Regenbogen allerorten!” :

Oberbürgermeister Dieter Reiter selbst hatte angeregt, nicht nur die Fahnenmasten auf dem Marienplatz, sondern zum Stonewall-Jubiläum mindestens eine Regenbogenfahne direkt am Rathaus anzubringen. Die Initiative zur MVG-Aktion kam von der SPD-Stadtratsfraktion, die gemeinsam mit der Stadtratsfraktion Grüne/Rosa Liste einen entsprechenden Antrag gestellt hatte. (… > MEHR)

In der Tat: Unsere Stadt – und darauf bin ich stolz – zeigt Flagge und das nicht erst seit gestern, denn hier engagiert sich seit 1996 besagte Rosa Liste für die Interessen der LGBT-Community, vertreten durch Thomas Niederbühl, als europaweit erster offen schwuler Stadtrat einer solchen Initiative. Ein Alleinstellungsmerkmal, dass ihm, meines Wissens, nach bis heute geblieben ist …

Ein Plus zwar für München, aber ein großes Manko, was die gesellschaftliche Gleichstellung von LGBT-Angehörigen auf bundesweiter und internationaler Ebene anbelangt. Umso erfreulicher die Nachrichten, die zur Zeit von überall her zu den diesjährigen CSD-Veranstaltungen eingehen: So wies ein Facebook-Post gerade darauf hin, dass es heuer in London 1,2 Millionen Teilnehmer*Innen an der dortigen CSD-Parade gegeben habe! Eine Bilanz und weltweite Tendenzen, die sich sehen lassen können, 50 Jahre nach STONEWALL, die aber nicht davon ablenken sollten, dass in vielen Ländern noch immer – oder inzwischen wieder – die gleichgeschlechtliche Liebe nicht nur gesellschaftlich geächtet sondern auch juristisch zum Teil schwerst geahndet wird. Dieses insbesondere von religiösen Fundamentalist*Innen, die dabei übersehen, dass Gottes Welt bunt ist …


Alles zur Pride-Week und dem
und dem CSD, am Samstag, 13. Juli, ab 11 Uhr findet sich  unter

> www.csdmuenchen.de


Mehr zum Thema findet sich auch in nachstehendem
jourfixe-Blogbeitrag/Interview mit Thomas Niederbühl

 


Die Bild-Ausschnitte für das Titelmotiv stammen von der CSD-Homepage:

> www.csdmuenchen.de